Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Betreuungsgeld
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Die Bürgermeister sind nicht die Ersten, die vor den Folgen des
Betreuungsgeldes warnen. Aber sie sprechen aus der Praxis, und das
verleiht ihrer Kritik besonderes Gewicht. Sie sprechen für die Städte
und Gemeinden, die viel Geld in die Hand nehmen, um das
Betreuungsangebot dem Bedarf und dem gesellschaftlichen Auftrag
anzupassen. Wenn die Bundesregierung zusätzlich zwei Milliarden Euro
für die Kinderbetreuung lockermachen will, dann wäre es
wirkungsvoller, den Kommunen das Betreuungsgeld zweckgebunden zu
geben. Damit sie die Kindergarten-Infrastruktur ausbauen,
Sprachförderprogramme für Kinder auflegen und Erzieherinnen
weiterqualifizieren.
Denn wir wissen doch seit Jahren, dass in Deutschland die soziale
Herkunft großen Einfluss auf den Schulerfolg hat. Wir wissen, dass
die Integration von Kindern aus Migrationsfamilien gar nicht früh
genug anfangen kann. Wir wissen, dass Kinderarmut nicht mit
Transferleistungen, sondern durch Bildung zu bekämpfen ist. Wir
wissen, dass die Frauenerwerbsquote erhöht werden muss, um dem
Facharbeitermangel zu begegnen. Und was machen wir? Genau das
Gegenteil: Mit der Herdprämie durchkreuzt die Bundesregierung diese
Bemühungen, um die CSU und den konservativen Flügel der CDU
ruhigzustellen. Die Bürgermeister der Region haben recht: Das ist
großer Unfug.
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Datum: 13.04.2012 - 22:00 Uhr
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