Atradius Prognose: Eurokrise treibt Insolvenzzahlen nach oben
ID: 624304
- Kreditversicherer rechnet für 2012 mit Anstieg der
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland um 5 Prozent
- Grösste Zunahme an Firmenzusammenbrüchen voraussichtlich in Griechenland (15
Prozent) und Italien (10 Prozent)
- Unternehmensinsolvenzen in den USA weiter rückläufig, aber immer noch auf
hohem Niveau
Nach zwei Jahren rückläufiger Insolvenzzahlen in Deutschland
rechnet der internationale Kreditversicherer Atradius für 2012 wieder
mit einem Anstieg der Firmenzusammenbrüche von 5 Prozent. "Grund für
die Trendumkehr ist die anhaltende Krise der Eurozone, die wesentlich
zur Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums beigetragen hat",
so Michael Karrenberg, Leiter Risikomanagement bei Atradius in Köln.
Einen entsprechenden Dämpfer erwarten die Experten denn auch für das
deutsche BIP, das nach einem Anstieg von 3 und 3,6 Prozent in den
vergangenen Jahren 2012 voraussichtlich nur noch um 0,7 Prozent
wachsen wird.
Während Deutschland insgesamt trotz der erschwerten
Rahmenbedingungen weiter von seiner guten Wettbewerbsposition und dem
starken Export in Länder ausserhalb der EU profitiert, rechnet
Atradius mit einem deutlich markanteren Anstieg der
Unternehmens-insolvenzen im von der Schuldenkrise unmittelbar
betroffenen Südeuropa. Demnach wird die Zahl der Firmenzusammenbrüche
in Griechenland 2012 um weitere 15 Prozent zunehmen, nachdem sie
bereits in den Vorjahren um 30 bzw. 40 Prozent (2009) in die Höhe
geschnellt war. Weiterhin zweistellige Zuwachsraten prognostizieren
die Risikoexperten auch für Italien. Hier wird sich die Zahl der
Unternehmensinsolvenzen 2012 voraussichtlich um 10 Prozent erhöhen.
Rückläufige Insolvenzzahlen erwartet Atradius neben Australien und
Dänemark nur für die USA. Diese bleiben hier allerdings auf weiterhin
hohem Niveau.
Bessere Aussichten für 2013
Für 2013 erwartet Atradius ein deutlicheres Wachstum der
deutschen Wirtschaftsleistung von 1,6 Prozent und eine Stabilisierung
der Insolvenzzahlen. Die Eurozone werde frühestens Ende 2013 ihr
Vorkrisenniveau erreichen. Länder wie Italien oder Portugal benötigen
jedoch nach Ansicht der Experten mindestens zehn Jahre, um wieder an
die alte Wirtschaftsleistung anzuknüpfen.
Risiko Ölpreis
Neben einer möglichen Eskalation der Eurokrise stellt die
Entwicklung des Ölpreises ein beträchtliches Risiko für das weitere
Wachstum der Weltwirtschaft dar. Vor allem die anhaltenden Unruhen im
Nahen Osten und Nordafrika haben bereits für hohe Ölpreise in 2011
gesorgt. Und die aktuellen Spannungen im Hinblick auf das iranische
Atomprogramm, aber auch in Syrien und dem Sudan führten zu weiteren
Kapazitätsverknappungen. "Sollte es zu einem starken Anstieg des
ohnehin schon hohen Ölpreises kommen, würde dies die
Einzelhandelspreise in die Höhe treiben und den Konsum damit weltweit
bremsen", so Karrenberg von Atradius.
Eine Übersicht des aktuellen Insolvenzaufkommens und der
erwarteten Entwicklung in den analysierten Ländern zeigt die Atradius
Insolvenzmatrix
[http://www.atradius.de/images/stories/insolvenzmatrix_rgb.jpg ]
unter http://www.atradius.de/images/stories/insolvenzmatrix_rgb.jpg
Der gesamte Konjunkturbericht "Economic Outlook" steht auf
http://www.atradius.de kostenlos zum Download bereit.
Über Atradius
Die Atradius Gruppe, ein Unternehmen der Grupo Catalana Occidente
S. A., bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und
Inkassodienste an und ist mit 160 Büros in 45 Ländern vertreten. Das
Produktangebot hilft Unternehmen auf der ganzen Welt, sich vor
Forderungsausfällen zu schützen, wenn Kunden gelieferte Waren oder
erbrachte Dienstleistungen nicht bezahlen können. Mit Gesamteinnahmen
von 1,554 Milliarden Euro und einem globalen Marktanteil von rund 31
Prozent trägt Atradius durch die Begrenzung von Zahlungsrisiken zum
Wachstum von Unternehmen weltweit bei. Atradius hat Zugang zu
Bonitätsinformationen über 100 Millionen Unternehmen weltweit und
trifft täglich mehr als 20.000 Kreditlimitentscheidungen.
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Datum: 25.04.2012 - 11:04 Uhr
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