Neue OZ: Kommentar zu Niederlande / Bundespräsident / Gauck
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Die Erwartungen waren hoch, und Joachim Gauck hat sie nicht
enttäuscht. Mit klaren Worten und sicherem Auftritt eroberte er die
Herzen der Niederländer. Und dies nicht an irgendeinem Termin,
sondern am "Tag der Befreiung", der an das Jahr 1945 erinnert. Dass
Gauck als erster Deutscher an diesem für die Niederlande so
bedeutenden Datum eine offizielle Rede halten durfte, war ein
Glücksfall. Denn wie kaum ein anderer Vertreter der Bundesrepublik
versteht es der frühere DDR-Bürger, über den Wert der Freiheit zu
sprechen. Es ist sein großes Thema.
Genauso wichtig wie die auch nach 67 Jahren noch schmerzhafte
Rückschau auf die deutsche Besatzung und ihre vielen Opfer war
indessen der Blick nach vorn. Indem Gauck den Bogen bis hin zu den
aktuellen Freiheitsbewegungen in Asien und Nordafrika schlug,
formulierte er eine weit über den Tag hinausgehende Mahnung: Der
Wunsch nach Freiheit ist universell. Und es bleibt unverändert eine
große Aufgabe, für Menschenrechte zu kämpfen, ob im fernen Nordkorea
oder in der gar nicht so fernen Ukraine, um nur zwei Beispiele zu
nennen. Beinahe schon tröstlich wirkte in diesem Zusammenhang Gaucks
Hinweis auf den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Das
Gericht verfolgt Fälle von Völkermord und Kriegsverbrechen, ein
starkes Signal, dass sich kein Täter mehr in Sicherheit wiegen kann.
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Datum: 06.05.2012 - 22:00 Uhr
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