Neue OZ: Kommentar zu Griechenland / Wahlen
ID: 632997
Europa hat die Griechen schon ein ums andere Mal vor dem
Wirtschaftskollaps gerettet. Doch seit der Wahl stehen die Hellenen
vor dem Polit-Bankrott. Die Wähler haben den von der EU initiierten
Sparkurs abgestraft und ihre Stimmen Faschisten und Kommunisten
gegeben. Sehr zerbrechlich wäre eine Koalition der bürgerlichen
Parteien, die für ihre Ausgabenkürzungen brutal abgestraft wurden.
Noch steht in den Sternen, wie eine wirklich stabile Regierung
aussehen soll. Nur eines ist bereits klar: Die Parteien müssen
Kompromisse mit der EU eingehen.
Die Volksparteien Nea Dimokratia und PASOK haben das Land in einem
System aus Vetternwirtschaft und Korruption über Jahrzehnte
ausgenommen. Deshalb ist es verständlich, dass die Wähler eine
Revolution angezettelt haben. Es hilft aber nichts: Ihre Vertreter
müssen sich im Umgang mit den Geldgebern in leisen Tönen üben. Denn
blieben die EU-Finanzspritzen aus, stünde der ökonomische Kollaps nun
doch unmittelbar bevor.
Zwar lehnen die Griechen weiteres Sparen ab, im Euro bleiben
wollen sie aber trotzdem. Dabei ist das Zweite ohne das Erste
unmöglich. Gleichzeitig müssen aber Kanzlerin Angela Merkel und die
EU ihre Politik ebenfalls nachjustieren. Das Wahlergebnis ist auch
ein Rückschlag für die Bemühung um die Rettung der
Gemeinschaftswährung. Europa muss mehr Wert auf das dringend
benötigte Wachstum legen.
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Datum: 07.05.2012 - 22:00 Uhr
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