Neue OZ: Kommentar zu Europa / Finanzen
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Die griechische Tragödie nimmt ihren bösen Lauf. Dem
wirtschaftlichen Niedergang folgt ein politischer. Athen erscheint im
Moment unregierbar. So haben es die Wähler entschieden. Jetzt müssen
die Griechen aber auch mit den Konsequenzen leben.
Sprich: Sollte das Land nicht in der Lage sein, eine stabile,
verlässliche und die EU-Verpflichtungen einhaltende Regierung zu
finden, verliert Griechenland den Anspruch auf die Solidarität des
übrigen Europas. Es wäre unverantwortbar, weitere Milliardenbeträge
in das Euro-Krisen-Land zu pumpen, wenn Athen einen eklatanten
Vertragsbruch beginge. Sicherlich: Ein Austritt Griechenlands aus dem
Euro wäre eine fatale Nachricht, die für Turbulenzen an den
Finanzmärkten sorgen würde. Doch Europa könnte den politisch
schmerzlichen Verlust verkraften, ohne die Existenz der
Gemeinschaftswährung insgesamt zu gefährden.
In diesem kritischen Moment kommt es auf eine starke Achse
zwischen Berlin und Paris an. Kanzlerin Merkel und Hollande, der neue
Mann im Elysée-Palast, dürfen keine Zeit mit politischem Geplänkel
verlieren. Hollande muss klarstellen, dass er den beschlossenen
Fiskalpakt akzeptiert. Wirtschaftsimpulse kann es geben, aber nicht
mehr auf Pump.
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Datum: 08.05.2012 - 22:00 Uhr
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