Neue OZ: Kommentar zu Computer / Internet / USA
ID: 638533
Nichts als die Wahrheit sollten Lebensläufe aussagen. Doch jeder
Personalchef weiß, dass nicht selten geschönt, getrickst und gar
gelogen wird. Mehr Schein als Sein: Mit dieser Devise schaffte es
Scott Thompson sogar zum Yahoo-Chef. Warum nicht auch zwei
Studienabschlüsse angeben, wenn die Konkurrenz nur einen hat?
Nur Pech für Thompson, dass der Schwindel nach wenigen Wochen im
Amt aufgeflogen ist. Sein Rücktritt war jetzt unausweichlich.
Schließlich hat er seine Glaubwürdigkeit völlig verspielt, gegenüber
den Anlegern des angeschlagenen Internetkonzerns und den
Yahoo-Beschäftigten. Wegen eines Umsatzeinbruchs wollte Thompson 2000
Stellen streichen. Nun flog er als Erster, weil ihn ein Betrug
einholte, der allzu oft verharmlost wird.
Abschreckende Beispiele wie Thompsons geschönten Lebenslauf gibt
es zuhauf. Dennoch erliegen Bewerber vielfach der Versuchung, sich
mit unlauteren Mitteln als Überflieger darzustellen. Ob es in der
Ellenbogen-Gesellschaft eine Zunahme von Schummelfällen gibt, lässt
sich schwer belegen. Betrogen wurde schon immer. Im Zeitalter von
Internet und Suchsoftware fallen die Vergehen möglicherweise nur eher
auf.
Denn stutzig macht die Häufung der Fälle von prominenten
Karrieristen in Politik und Wirtschaft schon, die über abgeschriebene
Doktorarbeiten oder falsche Angaben im Lebenslauf stolpern. Gut so,
der Ehrliche darf nicht der Dumme sein.
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Datum: 14.05.2012 - 22:00 Uhr
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