Erben geht auch friedlich: Laut GfK sind Deutsche optimistisch und würden Geerbtes verantwortungsvoll, aber oft unwissend einsetzen
ID: 639227
Familien zerbrechen daran. Realität oder Vorurteil? Die Deutschen
sind bei dieser Frage erstaunlich optimistisch: 62 Prozent sind der
Meinung, dass Erben auch ohne Streit mit den Miterben geht. In einen
Erbstreit verwickelt waren erst sieben Prozent. Das ist das Ergebnis
einer repräsentativen Umfrage, die die GfK in Nürnberg aktuell für
die SOS-Kinderdorf-Stiftung unter gut 1.000 Personen durchgeführt
hat. Auch Neider scheinen die Deutschen nicht zu fürchten und würden
zu 92 Prozent anderen von ihrer Erbschaft erzählen. Mit dem, was von
einer unerwarteten Erbschaft übrigbleibt, würden sie sehr
verantwortungsvoll umgehen und für das Alter vorsorgen (58 Prozent)
oder das Geld den eigenen Kindern schenken (31 Prozent).
Erbschaftssteuer sparen - gewusst wie
Tatsächlich geerbt haben bisher 26 Prozent der Befragten, wobei
erwartungsgemäß die Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter steigt.
Zehn Prozent wissen schon jetzt, dass in den nächsten zehn Jahren
eine Erbschaft ansteht. Doch, was sie mit dem Geld tun werden,
darüber haben sich knapp drei Viertel von ihnen noch keine Gedanken
gemacht. Unzureichend informiert sind die Deutschen über das Thema
Erbschaftssteuer: 84 Prozent haben keine Kenntnis davon, dass man für
geerbtes Geld, das man innerhalb von 24 Monaten nach Eintritt des
Erbfalls als Zustiftung an eine gemeinnützige Stiftung gibt, keine
Erbschaftssteuer zahlen muss. 20 Prozent würden das mit diesem Wissen
aber in Betracht ziehen, wobei 70 Prozent von ihnen Kinder
unterstützen würden. Mit einer Zustiftung steigen das
Stiftungskapital und somit die jährlichen Erträge daraus. Der
eingesetzte Betrag hilft dauerhaft. "Wir erleben immer wieder, wie
überrascht die meisten sind, wenn sie von dieser Regelung in § 29 des
Erbschaftssteuergesetzes erfahren. Sie freuen sich dann aber
natürlich umso mehr, dass der zugestiftete Betrag ungeschmälert dem
guten Zweck zukommt. Oft verändert sich zudem der
Erbschaftssteuersatz des Stifters zum Positiven, da sich sein Erbe
entsprechend verringert", erzählt Petra Träg, Geschäftsführung
SOS-Kinderdorf-Stiftung. "Es ist schön, dass sich immer mehr Menschen
entscheiden, etwas für die Zukunft der Gesellschaft zu tun und ihr
Geerbtes zum Beispiel der SOS-Kinderdorf-Stiftung zustiften. Damit
geben sie benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen nachhaltig Perspektiven."
80 Prozent der Deutschen haben kein Testament
Die Ergebnisse der GfK zeigen, dass die Deutschen nicht nur wenig
darauf vorbereitet sind zu erben. Auch ihre eigenen
Hinterlassenschaften sind meist nicht geregelt: So gaben 80 Prozent
an, bisher noch kein Testament verfasst zu haben. Selbst bei den über
50-Jährigen sind es 60 Prozent. Doch wer eines verfasst hat, hat dies
mehrheitlich gewissenhaft erledigt und sich notariell oder anwaltlich
beraten lassen (67 Prozent). "Auch uns beziehen immer mehr Menschen
in ihre Nachlassplanung ein. Menschen, die mit ihrem Vermächtnis oder
Erbe gemeinsam mit uns Zukunft für viele Kinderleben stiften wollen",
berichtet Petra Träg. "Die Zustiftung in das Dachkapital der
SOS-Kinderdorf-Stiftung ist hierbei eine Möglichkeit. Viele gründen
oft schon zu Lebzeiten eigene Treuhandstiftungen und haben so die
Gewissheit, dass ihr Erbe ungeschmälert ihrem Herzensprojekt zugute
kommt." Weitere Informationen unter www.sos-kinderdorf-stiftung.de
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Datum: 15.05.2012 - 13:28 Uhr
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