Globale Handelsströme - Ausblick für 2012 (Exporte und Importe)
ID: 649635
- Das globale Handelsvolumen ist 2011 schätzungsweise um 5 Prozent
gestiegen
- Asien und die USA führend beim Exportwachstum
- Europa und Afrika verzeichneten wenig Exportwachstum aufgrund
der Euro-Schuldenkrise und Afrika durch die Unterbrechung der
Ölversorgung aus Libyen
- Das schwächere Wachstum der Weltwirtschaft, die
Euro-Schuldenkrise sowie geopolitische Konflikte werden auch das
Wachstum im Welthandel in den kommenden Monaten bremsen
- Hohe Möglichkeiten für den Handel, geringe makroökonomische
Volatilität: Kanada, China, Indien, Vereinigte Arabische
Emirate, Großbritannien
- Geringe Möglichkeiten für den Handel, hohe makroökonomische
Volatilität: Afghanistan, Ecuador, Ungarn, Syrien, Jemen
Aktuelle Entwicklungen: Global Trade verlangsamte sich 2011
Den vorläufigen Zahlen nach zu urteilen, lag das Wachstum im
Welthandel (Im- und Exporte) im Jahr 2011 bei 5 Prozent. Damit liegt
der Wert deutlich unter der Wachstumsrate des Jahres 2010 mit 13,8
Prozent. Wobei dieser Wert auch stark beeinflusst ist durch das
kräftige Anziehen der Weltkonjunktur nach den Krisenjahren 2008/09.
Die Gründe für das schwächere Wachstum im vergangenen Jahr liegen auf
der Hand: Erstens schränkt die weiter schwelende Schuldenkrise der
Eurozone (auf die im Jahr 2011 mehr als 21 Prozent der weltweiten
Einfuhren entfielen) deutlich die Importnachfrage der Region ein.
Zweitens zerstörten Erdbeben und Tsunami in Japan sowie die
Überschwemmungen in Thailand Lieferketten und beschnitten damit die
Exporte aus Ostasien im Besonderen. Drittens verursachte der Konflikt
in Libyen die Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Land,
was zu einem 8-prozentigen Rückgang der afrikanischen Exporte führte.
Ausblick: moderates Wachstum des Welthandels im Jahr 2012
Für das laufende Jahr 2012 sieht D&B aktuell ebenfalls nur ein
Wachstum von 5 Prozent. Damit läge das Wachstum der globalen
Handelsströme das zweite Jahr in Folge unter dem langjährigen
Durchschnitt von 6 Prozent (1990-2008).
Das schwächere Wachstum liegt zum einen in China begründet. China
wird absehbar dieses und kommendes Jahr nicht mehr die Wachstumsraten
erreichen wie noch in den Jahren zuvor. Die Regierung muss die
aufkommende Krise auf dem Immobilienmarkt und damit auch den
angrenzenden Branchen wie Stahlproduktion in den Griff bekommen.
Weniger Wachstum in China bedeutet auch eine schwächere
Weltkonjunktur und damit einen schwächeren Welthandel. Auch die
Impulse aus Brasilien fallen schwächer aus. Nach mehr als 7 Prozent
Wachstum im Jahr 2010 waren es 2011 nur 2,7 Prozent und für dieses
Jahr erwartet D&B etwa 4 Prozent.
Zum anderen ist und bleibt die Staatsschuldenkrise in Europa ein
großer Hemmschuh für mehr Wachstum der Weltwirtschaft und der
Handelsströme. Insbesondere droht die Euro-Schuldenkrise zu einer
europaweiten Finanzkrise zu werden. Diese könnte die wirtschaftliche
Erholung weiter bremsen und sich negativ auf die Handelsfinanzierung
auswirken und damit auch das Wachstum beim Welthandel weiterhin
drosseln.
Die vollständige Analyse des D&B Country Risk Teams finden Sie
hier zum Herunterladen: http://goo.gl/tcEE0
Pressekontakt:
Christian Noack
Manager Public Relations
D&B Deutschland GmbH
Havelstraße 9
64295 Darmstadt
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Datum: 31.05.2012 - 11:32 Uhr
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