Neue OZ: Kommentar zu Syrien / Konflikte
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Viel zu lange hat Baschar al-Assad an der Lunte des Fasses mit der
Aufschrift Bürgerkrieg gezündelt. Dass es hochgeht, ist nach dem
jüngsten Massaker leider kaum zu vermeiden. Was als Aufstand gegen
den Machthaber begann, ließ dieser zu einem Religionskrieg
eskalieren: Erneut hat wohl die Schabiha-Miliz - dem alawitischen
Präsidenten treu ergeben, die Sunniten eines ganzen Dorfes laut
Opposition mit Knüppeln erschlagen und mit Messern aufgeschlitzt.
Die Gräueltat zeigt, dass der Konflikt nicht länger nur an der
Person Assad hängt. Deswegen führt es auch nicht zum Frieden, wenn
allein seine Herrschaft endet. Für eine Exillösung ist es zu spät.
Ein militärisches Eingreifen verbietet sich ebenfalls. Noch mehr
Waffen im Land würden noch mehr Tote bedeuten.
Gleichwohl wird unweigerlich der Tag kommen, an dem Assad nicht
weiter die Geschicke Syriens lenkt. Dann kommt es auf Saudi-Arabien
an, die Schutzmacht aller Sunniten. Riad muss sich schon jetzt darauf
vorbereiten, in der Nach-Assad-Ära einen mäßigenden Einfluss auf die
syrischen Sunniten auszuüben, damit diese sich nicht an den Alawiten
rächen, einer Gruppe schiitischer Muslime. Das würde ihre Schutzmacht
Iran auf den Plan rufen, und einen regionalen Flächenbrand entzünden.
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Datum: 08.06.2012 - 22:00 Uhr
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