Internationale Umfrageüber T2* kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie bei Thalassämie
ID: 660032
"Wenn kardiale Eisenbelastung früh erkannt wird, kann damit
potenziell mit hohem Grad das Leben von Patienten mit Thalassämie
gerettet werden", erklärte Professor John-Paul Carpenter der Royal
Brompton CMR Unit in London, beim 17. Kongress des Europäischen
Hämatologieverbandes in Amsterdam.
Thalassämie Major (TM) ist ein schwerwiegendes gesundheitliches
Problem. Jedes Jahr kommen weltweit mehr als 25.000 neue Kinder
hinzu, die Transfusionen benötigen. Bei den meisten TM-Patienten, die
regelmässig Transfusionen erhalten, ist die Akkumulation von
kardialem Eisen die Ursache für Herzversagen und einen frühen Tod.
T2* kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (CMR) ermöglicht eine
kalibrierte und wiederholbare Messung von myokardialem Eisen. Dies
hat zu einer verbesserten Überlebensrate von TM-Patienten
beigetragen. Trotzdem gibt es weltweit nur wenige Daten über die
myokardiale Eisenbelastung und die damit in Zusammenhang stehenden
Folgen.
Wir berichten über eine Umfrage mit 3.411 Patienten an 34
Zentren, die T2* CMR nutzen. Selbst bei dieser Gruppe an gut
behandelten TM-Patienten aus der ganzen Welt, die regelmässig
Transfusionen, Chelat-Therapie und T2* CMR erhielten, wies ein
grosser Anteil (42,3 %) eine moderate bis schwere myokardiale
Eisenbelastung auf. Bei der Verbreitung von kardialer
Eisenüberbelastung traten bedeutende regionale Unterschiede auf.
Trotz unterschiedlicher klinischer Behandlung kann dies auf eine
variierende Prädisposition für myokardiale Eisenbelastung hinweisen.
Durch die T2* CMR werden Patienten mit einem erhöhten Risiko erkannt,
die myokardiale T2*-Werte <10ms aufweisen. Diese Werte werden im
hohen Masse mit einer zukünftigen Tendenz zu Herzversagen und Tod in
Zusammenhang gebracht. Es besteht ein grossen Potenzial, dass Leben
durch die frühe Erkennung von kardialer Eisenbelastung gerettet
werden können und die T2* CMR muss weitreichender verfügbar gemacht
werden.
Informationen über den jährlichen EHA-Kongress
Nach 16 Kongressen mit steigenden Teilnehmerzahlen findet der 17.
Kongress der EHA in Amsterdam statt. Die Hämatologie ist ein
Spezialgebiet der Medizin, in dem es um Blut und alles Drumherum
geht: dem Ursprung vom Blut im Knochenmark, Blutkrankheiten (bei der
Herstellung) und deren Behandlung. Auf dem Kongress werden die
neuesten Forschungs- und Entwicklungsdaten aus dem weitgefächerten
Fachgebiet der Hämatologie präsentiert.
Pressekontakt:
Ansprechpartner: EHA Executive Office, Ineke van der Beek, Jon
Tarifa, E-Mail: press@ehaweb.org, Mobil: +31(0)6-2011-1055.
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Datum: 15.06.2012 - 08:34 Uhr
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