Neue OZ: Kommentar zu Syrien / Konflikte / UN
ID: 661133
Eine bittere, aber verantwortungsvolle Entscheidung hat
Generalmajor Mood getroffen, als er die Aussetzung der UN-Patrouille
in Syrien anordnete. Ihm blieb keine Wahl, als vor der eskalierenden
Gewalt in dem Bürgerkrieg zu kapitulieren.
Die 300 UN-Soldaten sind unbewaffnet und können sich nicht einmal
selbst verteidigen, geschweige Zivilisten vor Übergriffen schützen.
Sie sahen sich in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffen und
Aggressionen ausgesetzt. Die Hoffnung, die Beobachter der Vereinten
Nationen könnten allein durch ihre Anwesenheit deeskalierend wirken,
hat sich zudem als trügerisch herausgestellt. Die Truppen von
Diktator Assad schossen ungeachtet der Präsenz internationaler Zeugen
die Rebellenhochburgen weiter sturmreif. Und sie werden nun auch
morden, wenn sich die UN-Beobachter in Schutzzonen verschanzen
müssen.
Die Vereinten Nationen sollten deshalb aufpassen, dass die
unbewaffnete Blauhelm-Mission nicht in einem Desaster endet. Das
Beste wäre wohl, die UN-Soldaten ganz abzuziehen.
Denn die Gefahr ist groß, dass der Bürgerkrieg in einen
internationalen Konflikt ausufert. Das Horrorszenario: UN-Blauhelme
werden entführt, massakriert oder bei einem Terroranschlag getötet.
Dann könnten sich Amerikaner und Europäer gezwungen sehen, in den
Konflikt militärisch einzugreifen. Das wäre jedoch fatal, weil der
Westen in Syrien nur verlieren kann.
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Datum: 17.06.2012 - 22:00 Uhr
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