Aus dem Norden in den Süden: Geplante Trasse für Ökostrom belastet Umwelt / Initiative sieht Flora und Fauna im Kreis Plön in Gefahr / Bürger formieren sich / Trassenführung widerspreche Grundsätzen
ID: 666183
nach Ansicht der Bürgerinitiative "Unter Hochspannung" alles andere
als umweltgerecht. "Die geplante Stromautobahn wird 72 Meter breit
und 60 Meter hoch - und wird das Gleichgewicht von Flora und Fauna
nachhaltig negativ beeinflussen", warnt Initiativen-Sprecher Malte
Graf. Besonders die geplante Süd-Variante wird kritisiert.
"Das Naherholungskonzept Schusteracht mit seinen Wander- und
Radwegen und das über zehn Jahre entwickelte Reitwegenetz würden
massiv beeinträchtigt, Tausende von Euro und jahrelange Arbeit werden
ad absurdum geführt", kritisiert Graf. Der Pferdesportverband
Schleswig-Holstein (PSH) bläst ins selbe Horn: "Das Reitwegenetz
Schusteracht ist für Schleswig-Holstein als modellhaft anzusehen, das
Projekt ist mit EU-Mitteln gefördert worden. Mit der Südvariante
besteht erheblicher Grund zur Sorge, dass zehn Jahre Arbeit, die in
der Realisierung dieses Netzwerkes stehen, zerstört werden", mahnt
PSH-Geschäftsführer Matthias Karstens in einem Schreiben ans
Wirtschaftsministerium des Landes.
"Unter Hochspannung" stehen entsprechend die 100 Mitglieder der
gleichnamigen Bürgerinitiative, die sich in Pohnsdorf, Kreis Plön,
gegen die geplante 380.000-Kilovolt-Leitung stark macht. Zum
Hintergrund: Über eine neue Trasse soll regenerativ erzeugte Energie
in die Industrie- und Ballungszentren in Süddeutschland transportiert
werden. Die 380.000-Kilovolt-Freileitung wird über 60 Meter hohe
Masten geführt, deren Querträger bis zu 30 Meter breit sind. Die
Trassenbreite wird von der verantwortlichen TenneT TSO GmbH mit Sitz
in Bayreuth mit 72 Metern angegeben. "Die gigantischen Mast-Monster
werden in Abständen von 300 bis 500 Metern in die Natur geklotzt -
unvorstellbar", sagt Graf.
Die Netzentwicklungsinitiative Schleswig-Holstein, besteht aus
Land, Kreis und Netzbetreibern (TenneT, E.ON). Diese haben sich
jedoch laut Graf verpflichtet, bestehende Freileitungen zu bündeln
und Infrastrukturen zu nutzen. Genau dies geschehe nicht, sagt Graf.
Versprochen werde eine "weitest gehende Umgehung von
Siedlungsbereichen - insbesondere Wohngebäuden - mit dem Ziel (...)
die Exposition durch elektrische und magnetische Felder (...) zu
minimieren". In Plön sei jedoch das Gegenteil der Fall. Graf:
"Schlimmer als das, was im Kreis Plön geplant wird, geht es wohl kaum
noch."
Im Gespräch sind drei Trassen-Möglichkeiten, eine Nord- und zwei
Süd-Varianten, die den Strom von Göhl/Ostholstein nach Kiel
transportieren könnten. Die Nordvariante ist eine bestehende
110.000-Kilovolt-Leitung, die ausgebaut werden könnte. Sie gehört der
E.ON, die sich an den Ausbaukosten für eine TenneT-Leitung nicht
beteiligen würde.
Bevorzugt wird derzeit, trotz dieser bereits existierenden Trasse,
eine Südvariante, die unter anderem zwischen Preetz und Weinberg
Siedlung hindurch läuft und weiter geht über das FFH Gebiet des
Schwentinetals. Sie würde im weiteren Verlauf den Pohnsdorfer
Ortsteil Kronsredder durchqueren und dicht entlang der Pohnsdorfer
Staung über die Naturschutz-Stiftung "Schrobach" führen - "wo sie
dann von den idyllisch gelegenen Sichthütten und Bänken des NABU aus
nächster Nähe genau angesehen werden könnte", erklärt Graf.
"Die Route führt über Landschaftsschutz- und sogar spezielle, von
der EU ausgewiesene Natur- und Landschaftsschutz-, so genannte
FFH-Gebiete", erinnert Graf. Abgesehen von sämtlichen Umweltaspekten
seien die gesundheitlichen Langzeitschäden durch Elektrosmog längst
nicht erforscht. Graf: "Die Trasse führt in einem Abstand von unter
50 Metern am Pohnsdorfer Wohngebiet Kronsredder und an FFH-Gebieten
entlang - eine Farce." Der frisch gebackene Minister für die
Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und ländliche Räume, Dr. Robert
Habeck, hat sich in einer Stellungnahme bereits im vergangenen Jahr
geäußert: "Wir sehen keinen Bedarf für eine neue
380.000-Kilovolt-Leitung zwischen Kiel und Göhl." Weiter spricht sich
Dr. Habeck dafür aus, bestehende 220.000 Kilovolt und
110.000-Kilovolt-Trassen zu nutzen und dem Neubau vorzuziehen.
Über die Bürgerinitiative "Unter-Hochspannung"
Unter Hochspannung wurde am 27.02.2012 gegründet"und setzt sich
aus mehr als 115 Bürgern der Gemeinde Pohnsdorf, Weinbergsiedlung und
Bredeneek zusammen. Generell sprechen wir uns für die Förderung
regenerativer Energien aus und dem damit notwendigen Ausbau des
Stromnetzes. Hierbei muss allerdings ein verträglicher Umgang mit den
betroffenen Anwohnern, der Natur und der Umwelt geschaffen werden.
Unser Ziel ist es, zu verhindern, dass die geplante Trassenführung
der TenneT durch Pohnsdorf, Weinbergsiedlung und Bredeneek führt. Für
diesen Trassenabschnitt gibt es mehrere sinnvolle Alternativen, die
ernsthaft geprüft werden sollten. Weitere Informationen unter:
www.unter-hochspannung.de
Pressekontakt:
Bürgerinitiative "Unter Hochspannung"
Malte Graf
Kronsredder 15
24211 Pohnsdorf
Tel: 04342-86154
Mobil: 0160-96642080
info@unter-hochspannung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.06.2012 - 10:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 666183
Anzahl Zeichen: 5643
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Pohnsdorf/Plön
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 267 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Aus dem Norden in den Süden: Geplante Trasse für Ökostrom belastet Umwelt / Initiative sieht Flora und Fauna im Kreis Plön in Gefahr / Bürger formieren sich / Trassenführung widerspreche Grundsätzen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bürgerinitiative "Unter-Hochspannung" (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Bürgerinitiative "Unter-Hochspannung"
Neue, schlanke Dämmung für Dach, Wand und Boden ...
NEUSS 25.06.12 auragona sales ist in der Region Neuss neuer Stützpunkthändler der ISUM GmbH aus Krefeld. Ab sofort können Handwerker, die im Bereich Dämmung tätig sind und alle anderen Energiesparfüchse auch über auragona sales die Dämmfolie ISUM MF14 beziehen und so den Energieverbrauch und
Umstellung im Innenstadt-Fernwärmenetz: Hamburg spart 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr ...
Die Umstellung der Fernwärme-Versorgung in der Hamburger Innenstadt trägt den Klimaschutzzielen der Stadt Hamburg Rechnung: Vattenfall spart jährlich 10.000 Tonnen CO2-Emissionen ein. Im Juli 2010 ist das alte Stadtdampfnetz - der Ursprung der Fernwärmeversorgung in Hamburg - stillgeleg
So schützen sich Bürger vor steigenden Preisen ...
Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat die Preisentwicklung von Gas und Strom im ersten Halbjahr 2012 untersucht. Im Gasbereich werden die Preisunterschiede zwischen teuren und günstigen Anbietern immer größer. Die Strompreise sind in den zurückliegenden sechs Monaten weiter gestiegen.
Gebündelte Kompetenz für die Zukunft: EcoStar Independa - das Energiewendehaus ...
Drei innovative deutsche Mittelstandsunternehmen - darunter STIEBEL ELTRON - haben ihre Kompetenzen gebündelt und präsentieren privaten Bauherren eine zukunftsweisende Lösung für ein Leben ohne Energiesorgen: das Einfamilienhaus "EcoStar Independa". "EcoStar Independa&quo




