Atomausstieg beeinflusst Strompreise kaum
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Atomausstieg beeinflusst Strompreise kaum
Der Atomausstieg führt nicht notwendigerweise zu höheren Preisen, insbesondere wenn der Stromverbrauch nicht ansteigt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Darin untersucht das DIW Berlin, wie sich der Atomausstieg auf die Strompreise, den Klimaschutz und die Kraftwerksinvestitionen in Deutschland und Europa auswirkt. Das Ergebnis: Die Großhandelsstrompreise werden durch den Atomausstieg minimal steigen. Eine wirkungsvolle Effizienzpolitik, die den Energieverbrauch stabil hält, kann diesen Preiseffekt jedoch abfedern und mittelfristig sogar gegenüber der Laufzeitverlängerung senken. Zudem sorgt der Ausbau erneuerbarer Energien dafür, dass sich die Strombörsenpreise trotz steigender Gas- und Kohlepreise kaum erhöhen werden.
"Wenn unsere Strompreise steigen, ist nicht der Atomausstieg der Sündenbock, sondern Wirtschaftsminister Rösler, der seine Hausaufgaben im Bereich Energieeffizienz nicht erledigt. Der Stromverbrauch in Deutschland muss durch gesetzliche Vorgaben endlich gesenkt werden - das ist zentraler Bestandteil der Energiewende", sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace.
Im Jahr 2020 kostet die Kilowattstunde Großhandelsstrom nach den Berechnungen des DIW 5,1 Cent - trotz Atomausstieg, wenn sich gleichzeitig der Stromverbrauch stabilisiert und der Emissionshandel schwach bleibt. Zu exakt dem gleichen Preis kommt das DIW bei einer Laufzeitverlängerung ohne begleitende Effizienzmaßnahmen. Für das Jahr 2030 deutet sich sogar ein Preisvorteil des Atomausstiegs an: flankiert von Stromsparmaßnahmen kostet die Kilowattstunde 6,5 Cent, während der Preis bei weiter laufenden Atomkraftwerken und fehlender Energieeffizienz bei 7 Cent liegt.
"Die positiven Wirkungen von Energieeffizienzverbesserungen werden unterschätzt. Ein möglicher Strompreisanstieg kann durch Energieeffizienzverbesserungen deutlich abgemildert werden", sagt Claudia Kemfert, Mit-Autorin der Studie und Leiterin des Bereichs Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin. Um das nationale Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen zu erreichen, muss der Treibhausgasausstoß des Stromsektors um nahezu 50 Prozent sinken. Bleiben die Atomkraftwerke abgeschaltet, kann dies nur mit einem funktionierenden europäischen Emissionshandel gelingen, so die Studie. Denn damit würden die Investitionen in Kohlekraftwerke unattraktiv und emissionsärmere Gaskraftwerke begünstigt. Wenn ein effizienter Emissionshandel mit einer erfolgreichen Effizienzpolitik kombiniert wird, reduzieren sich die Emissionen im Stromsektor um 48 Prozent im Jahr 2020 und 64 Prozent im Jahr 2030.
Die Studie kann auf der Webseite von Greenpeace heruntergeladen werden.
Fragen bitte an Niklas Schinerl, Greenpeace-Energieexperte, Tel 0151-18053 382, oder Pressesprecherin Tina Löffelbein unter 0151-16720915. Rückfragen für Claudia Kemfert bitte an Renate Bogdanovic oder Nicole Walter unter 030 89789- 249/252.
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Datum: 03.07.2012 - 11:00 Uhr
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