Lausitzer Rundschau: Und immer wieder England
Der britische Premier, der Euro und die Schuldenkrise
ID: 673134
Cameron am Montag im Unterhaus und am Dienstag vor den Lords in
Sachen Euro und EU zum Besten gab, mag auf den ersten Blick wenig
Neues enthalten. Von den englischen Konservativen, dieser skurrilen,
unnachahmlichen Mischung aus unterkühlter Zurückhaltung und
grenzenloser Arroganz, war noch nie ein gutes Wort über die Nachbarn
jenseits des Kanals zu erwarten gewesen. Also begreifen sie die
Euro-Krise als Chance zum Angriff. Dass Cameron jetzt allerdings ganz
unverhüllt alle Hebel benutzen will, um seine Zustimmung zu
notwendigen Reformschritten in der Euro-Zone von einer Rücknahme
bisheriger Integrationserfolge auf anderen Gebieten abhängig zu
machen, ist eine neue Form der Kampfansage. Die verbale Kraftmeierei
entpuppt sich bei näherem Hinsehen dann allerdings als Versuch, die
eigene Schwäche zu übertünchen. Die Konservativen selbst sind tief
gespalten in der EU-Frage. Eine starke, wirtschaftsorientierte
Minderheit will unbedingt in der EU bleiben. Camerons
Koalitionspartner, die Liberaldemokraten, bestehen ebenfalls darauf,
nicht am Status Quo zu rütteln. Und da gibt es ja nicht nur England
im Vereinigten Königreich. Vor allem in Schottland, aber zu Teilen
auch in Nordirland wird der konservative Amoklauf gegen Europa mit
Interesse verfolgt. Cameron droht eine Volksabstimmung in Schottland,
bei der sich eine Mehrheit für die Wiedergewinnung eines Teils der
nationalen Souveränität entscheiden könnte. Dann würde dieser
Landesteil sicher eine eigenständige Europapolitik betreiben. Also
wählt der britische Premier die Flucht nach vorne und blufft. Er
findet zwar weder in der eigenen Partei, noch in seiner Koalition,
noch im gesamten Vereinigten Königreich Mehrheiten für seinen
Europa-Kurs und versucht dennoch, den Eindruck zu erwecken, er könne
diese Europäische Union gut dafür nutzen, ganz egoistische Ziele der
britischen Politik voranzutreiben. Das versteht er unter dem Slogan
"weniger EU" verbunden mit dem Versuch, einer Grundsatzentscheidung
aus dem Weg zu gehen. Das mag manchem Europaskeptiker auf dem
Kontinent sehr gut gefallen, und Cameron wird da auf eine Mischung
von fremdenfeindlichen französischen Nationalisten und
kapitalismuskritischen deutschen Sozialisten stoßen. Das sind wenig
versprechende Hilfstruppen. Der Rest von Europa, wie der Kontinent
zuweilen in London genannt wird, sollte auf die Zumutungen aus
Großbritannien mit Entschiedenheit reagieren. Wer nicht wirklich
dabei sein will, darf auch nicht wirklich mitbestimmen.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.07.2012 - 21:24 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 673134
Anzahl Zeichen: 2956
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 298 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Und immer wieder England
Der britische Premier, der Euro und die Schuldenkrise"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Badische Neueste Nachrichten: Kurswechsel ...
Der Dschinn ist aus der Flasche befreit. Ein überraschendes Versprechen von Premier David Cameron hat Großbritannien in Aufruhr versetzt. In London wird leidenschaftlich über einen Zeitplan für ein mögliches EU-Referendum diskutiert. Genüsslich werden die Vor- und Nachteile einer "spl
Schwäbische Zeitung: Kein guter Einstieg - Kommentar ...
Der Begriff Sparen spiegelt bei allen Debatten um die Sanierung der öffentlichen Haushalte die Realität nicht wider. Es wird noch kein Geld auf die hohe Kante gelegt. Es geht um nichts anderes als um weniger Ausgaben und darum, wenigstens langfristig keine neuen Schulden aufzunehmen. Gerade auf
Rheinische Post: Showgeschäft mit Kriminalität ...
Ein Kommentar von Ulli Tückmantel: Für den Teil des deutschen Fernsehpublikums, der seine Unterhaltungsbedürfnisse mit dem Programm von RTL II stillt, muss einer ja kein schlechter Mensch sein, bloß weil er ein Bordell betreibt oder wegen erpresserischen Menschenraubs im Gefängnis saß.
Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Billigeres Erdgas für Eon Druck von unten WIEBKE EICHLER ...
Bei der Nachricht, dass Eon sein Gas von Gazprom nun billiger bezieht, horchen nicht nur Verbraucherschützer, sondern vor allem auch der Endverbraucher auf. Die Rechnung scheint einfach: Billigerer Einkauf heißt billigerer Verkauf. Aber so simpel ist das leider nicht: Denn Eon stürzte sich in




