2011: Zahl der Inobhutnahmen durch Jugendämter weiter gestiegen
ID: 674165
Deutschland 38 500 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das
waren gut 2 100 (+ 6 %) mehr als 2010. Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) weiter mitteilt, hat die Zahl der Inobhutnahmen in den
letzten Jahren stetig zugenommen, gegenüber 2007 (28 200
Inobhutnahmen) stieg sie um 36 %.
Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter
zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten,
sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige
auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer -
beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erziehern - in
Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter, zum
Beispiel in einem Heim.
Die meisten (28 100 oder 73 %) der in Obhut genommenen jungen
Menschen lebten vor der Inobhutnahme bei ihren Eltern oder einem
Elternteil. In vielen Fällen schließt sich an die Inobhutnahme eine
Hilfe zur Erziehung an. Für 10 400 (27 %) der jungen Menschen wurde
eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses eingeleitet, zum
Beispiel in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 4 700 (12 %)
Fällen bekamen sie eine sonstige stationäre Hilfe, beispielsweise in
einem Krankenhaus oder der Psychiatrie. 15 800 junge Menschen (41 %)
kehrten nach der Inobhutnahme zu den Sorgeberechtigten zurück.
Weiter stark zugenommen hat auch die Zahl der jungen Menschen, die
auf Grund einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland in Obhut
genommen wurden. Insgesamt kamen 2011 rund 3 500 Kinder und
Jugendliche ohne Begleitung über die Grenze nach Deutschland.
Gegenüber 2007 (890 junge Menschen) entspricht dies einem Anstieg von
292 %.
Die vollständige Pressemitteilung (inklusive PDF-Version) mit
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des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/presseaktuell zu
finden.
Weitere Auskünfte gibt:
Dorothee von Wahl, Telefon: (0611) 75-8167,
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Datum: 05.07.2012 - 08:00 Uhr
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