Schlecker-Frauen: Allrounder brauchen richtige Unterstützung bei der Jobsuche / Studie: Unternehmen fordern eine bessere Qualifizierung von Arbeitslosen
ID: 674385
der Adecco Personaldienstleistungen GmbH verlangen Unternehmen
bessere Qualifikation und Weiterbildung von Arbeitslosen, um diese
übergangslos in den Firmenalltag integrieren zu können. "Gerade bei
den arbeitslosen Schlecker-Frauen sind Umschulungen und
Weiterbildungen wichtige Maßnahmen, um eine Neuanstellung überhaupt
zu ermöglichen", erklärt Jens-Peter Paulsen, Geschäftsführer der
m.o.v.e. hr GmbH (www.move-hr.de). Zeitarbeit sei da keine Lösung,
eine langfristige Festanstellung für die ehemaligen
Schlecker-Mitarbeiterinnen müsse das Ziel sein.
Rund 26.000 Schlecker-Frauen wurden bundesweit entlassen. Einige
von ihnen können sofort in ein neues Berufsfeld eintreten, für andere
bleibt vorerst nur die Arbeitslosigkeit. Paulsen: "Die
Ex-Mitarbeiterinnen von Schlecker sind Allrounder und können mehr als
nur eine Kasse bedienen. Seien es Urlaubsplanung, Bestellungen
abwickeln oder abrechnen - alles lag in den Händen der Frauen. Um
schnell wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden, brauchen sie nur
eines: die richtige Unterstützung." Der m.o.v.e. hr Geschäftsführer
plädiert dabei für eine individuelle Betreuung, wie etwa durch die
ursprünglich geplanten Transfergesellschaften. Stattdessen möchte
Arbeitsministerin von der Leyen jetzt den momentanen Mangel am
Arbeitsmarkt ausgleichen. So sollen etwa die Schlecker-Frauen zu
Erzieherinnen und Pflegekräften ausgebildet werden, da in dieser
Branche akuter Mangel herrscht. Paulsen ist von diesem Plan nicht
überzeugt: "Den Schlecker-Frauen fehlt es an individueller Beratung,
nicht jede von ihnen möchte oder kann einen sozialen Beruf ergreifen
nur weil dort Fachkräfte gesucht werden. In Deutschland fehlt es auch
an praktischen Ärzten, sollen diese Stellen nun auch durch
Ex-Schleckermitarbeiterinnen besetzt werden?" Nur durch auf die
jeweiligen Bedürfnisse abgestimmten Weiterbildungs- und
Qualifizierungsmaßnahmen könne für die Schlecker-Frauen eine faire
Überführung in ein neues Arbeitsverhältnis gewährleistet werden.
Die Befragung durch TNS Infratest ergab außerdem, dass Unternehmen
gerade bei Frauen (u.a. nach dem Mutterschutz) und bei älteren
Menschen eine umfassende Beratung und Unterstützung während der
Arbeitsplatzsuche für besonders wichtig halten, damit sie schnell
wieder Fuß fassen können und nicht in einer unbefriedigenden Lösung
hängen bleiben. Im Ergebnis also unternehmensseitig ein einheitlicher
Tenor: Weg von einer pauschalen Lösung für alle, hin zu einem auf die
Fähigkeiten und Möglichkeiten der einzelnen Person bezogenen
Einsatzgebiet.
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Datum: 05.07.2012 - 11:00 Uhr
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