Neue OZ: Kommentar zu Afrikanische Union
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Das 20-stöckige, mit braunem Marmor verkleidete Büro- und
Konferenzzentrum, in dem die Afrikanische Union tagt, verdankt sie
einem einflussreichen Gönner. Der 150 Millionen Euro teure Hauptsitz
der Organisation in Addis Abeba ist ein Geschenk der chinesischen
Regierung.
Peking verfolgt in Afrika strategische Ziele: Der Kontinent soll
dazu beitragen, Chinas riesigen Rohstoff- und Nahrungsmittelhunger zu
stillen. Dazu investieren die Unternehmen der asiatischen Großmacht
Milliarden in afrikanische Ölfelder und Erzminen, kaufen
landwirtschaftliche Flächen für die Lebensmittelproduktion, errichten
Fabriken. Auch in anderen Schwellenländern und nicht zuletzt in
Europa steigt das Interesse an afrikanischen Bodenschätzen. Der
Wettbewerb um die begrenzten Rohstoffe der Welt bietet dem Kontinent
eine historische Chance, zugleich birgt er aber die Gefahr erneuter
Ausbeutung und rücksichtsloser Umweltzerstörung.
Um nicht, wie so oft in der Geschichte, als Verlierer zu enden,
braucht Afrika eine starke, geeint auftretende Interessenvertretung.
Die klamme, politisch schwache und in einen lähmenden Führungsstreit
verbissene Afrikanische Union leistet dies noch lange nicht. Der
Gipfel von Addis Abeba muss deshalb helfen, die gemeinsamen
Interessen der Afrikaner zu formulieren und innerafrikanische
Konflikte zu entschärfen.
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Datum: 09.07.2012 - 22:00 Uhr
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