WWF fordert höhere Ambitionen für CO2-Grenzwerte
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WWF fordert höhere Ambitionen für CO2-Grenzwerte
WWF: 95 Gramm Grenzwert nicht genug um Innovationsdruck auszulösen
Die EU-Kommission hat heute ihren Verordnungsentwurf zu CO2-Grenzwerten für Neuwagen vorgestellt. Demnach wird der Grenzwert von 95 g CO2 pro Kilometer in 2020 für die gesamte europäische Neuwagenflotte bestätigt. Der WWF begrüßt den Kommissionsvorschlag als wichtigen Schritt für mehr Klimaschutz im Verkehr. Ein niedriger CO2-Grenzwert vermindere nicht nur den CO2- Ausstoß und trage so zum Klimaschutz bei. Auch die Konsumenten profitierten von spritsparenden Fahrzeugen angesichts steigender Kraftstoffkosten. "Die existierenden Grenzwerte haben zu CO2-Einsparungen geführt, und sie wurden billiger und schneller als geplant erreicht. Damit zeigt sich: Die Grenzwerte wirken für den Umweltschutz und steigern die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie", sagte Viviane Raddatz, Verkehrsexpertin WWF Deutschland.
Der WWF kritisierte allerdings, dass der Grenzwert nicht ambitioniert genug angesetzt sei und bemängelte das Fehlen eines Vorschlags für ein längerfristiges Grenzwertziel. "Ein Grenzwert von 80g CO2 /km und vor allem von 60g CO2/km für 2025 sind klimapolitisch notwendig und ein wirksamer Anreiz für Innovationen, vor allem auch um mehr umweltfreundliche Elektroautos auf die Straße zu bekommen. Langfristige Grenzwerte geben den Herstellern Planungssicherheit und garantieren langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie", sagte Viviane Raddatz.
Zur Förderung der Elektromobilität hat die Kommission eine Mehrfachanrechnung von Elektroautos mit dem Faktor 1,3 für maximal 20.000 Autos vorgesehen. "Grundsätzlich bringt eine Mehrfachanrechnung wenig für die Elektromobilität, weil dadurch nicht mehr E-Mobile auf die Straße kommen, die Emissionen aber bei den konventionellen Autos trotzdem entstehen. Fest steht: Der beste Weg zu vielen umweltfreundlichen Elektroautos ist ein niedriger Grenzwert", erklärt Viviane Raddatz.
Nach dem aktuellen Gesetzesentwurf sind die einzelnen Hersteller unterschiedlich in der Pflicht. "Wir sehen, dass die deutschen Hersteller in den letzten Jahren sehr erfolgreich an der Reduzierung des CO2-Ausstoßes ihrer Flotten gearbeitet haben, dennoch müssen Anreize gesetzt werden, das Fahrzeuggewicht noch weiter zu reduzieren", sagte Viviane Raddatz. Die Diskussion um die Verteilung der Lasten beziehe sich nur auf wenige Gramm mehr oder weniger bei den deutschen Herstellern. Wichtig sei aber vor allem, dass die Industrie kontinuierlich an der Reduktion der CO2-Emissionen und Erreichung der Grenzwerte weiterarbeite.
Zum Hintergrund:
Auf einer Strecke von 100 Km verbraucht ein Auto mit einem Grenzwert von:
130 g CO2/ Km 4,9 Liter Diesel oder 5,6 Liter Benzin
95 g CO2/Km 3,6 Liter Diesel oder 4,1 Liter Benzin.
80 g CO2/Km 3,1 Liter Diesel oder 3,4 Liter Benzin.
60 g CO2/Km 2,7 Liter Diesel oder 3 Liter Benzin.
Weitere Informationen:
Viviane Raddatz, WWF-Verkehrsexpertin, Tel. +49 (151) 1885 4936
Sylvia Ratzlaff
Pressesprecherin
Spokesperson
WWF Deutschland
Reinhardtstr. 14
10117 Berlin
Tel.: +49 30 311 777 - 467
Mobil: 0151 188 54 846
Fax.: +49 30 311 777 - 622
sylvia.ratzlaff@wwf.de
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Datum: 11.07.2012 - 15:45 Uhr
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