Neue OZ: Kommentar zu Frankreich / Unfälle
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Der höchste Gipfel der Alpen ist eine der letzten
Herausforderungen der Natur, der sich verstädterte Europäer auf ihrem
Kontinent stellen können. Grenzerfahrungen, Erweckungserlebnisse, die
Macht der Elemente mit allen Sinnen spüren und über sich selbst
hinauswachsen, darum geht es vielen Alpinisten. Das ist die
Faszination des Bergsteigens.
Der Drang in die Höhe ist verständlich und nicht verwerflich.
Jeder Mensch sollte sich der Natur auf die Weise nähern dürfen, die
ihm am meisten gibt, vorausgesetzt, er schadet ihr damit nicht.
Vorausgesetzt ebenso, er gefährdet mit seiner persönlichen Sinnsuche
nicht andere Menschen. Hier endet die individuelle Freiheit. Wenn es
die Bergsteiger selbst waren, die die Lawine ausgelöst und sich und
andere ins Verderben gerissen haben, ist die Grenze überschritten.
Bergsteiger und die Bergtourismusbranche sollten nun innehalten
und sich einmal mehr fragen, wie sie ihrer Leidenschaft künftig
nachgehen wollen. Regeln und ethische Grundsätze gibt es in ihrer
Welt längst. Doch da sie ein unverantwortliches Ausmaß des
Gipfeltourismus nicht verhindern können, eignen sie sich
offensichtlich nur bedingt. Sicher, Debatten über das richtige Maß
gibt es nach fast jedem größeren Bergunglück. Das Sterben auf dem
Montblanc zeigt: Sie müssen endlich zu Ergebnissen führen.
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Datum: 13.07.2012 - 22:00 Uhr
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