Rückgang bei Piraterie-Attacken kein Anlass zur Entwarnung

Rückgang bei Piraterie-Attacken kein Anlass zur Entwarnung

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Der Rückgang in der weltweiten Anzahl von Piraterie-Vorfällen, verursacht durch eine starke Abnahme der Vorfälle vor Somalia, verdeutlicht zwar die Wirksamkeit von Anti-Piraterie-Maßnahmen, ist aber kein Anlass zur Entwarnung. Dies gibt Control Risks, eine globale Risikomanagementberatung, heute bekannt. Der am 16. Juli veröffentlichte Report des International Maritime Bureau (IMB) hatte gezeigt, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2012 177 Piraterievorfälle gemeldet wurden, was im Vergleich zum gleichen Berichtszeitraum in 2011 (266 Vorfälle) einen Rückgang um 33% bedeutet.




(firmenpresse) - „Die aktuell veröffentlichen Zahlen des IMB sind für uns keine Überraschung”, sagt Tom Patterson, Manager des Maritime Information Service von Control Risks. „Die Piraterie vor Somalia hatte mehrere Jahre lang einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die weltweiten Zahlen. Der jetzige Rückgang in der Anzahl der global gemeldeten Angriffe symbolisiert daher nicht eine wirkliche Verbesserung der Lage, sondern nur ein Abflauen in einer speziellen Region.“

Zu beachten sind laut Patterson ferner die Zahlen, die das IMB bezüglich Westafrika veröffentlicht hat, welche in dieser Region einen starken Anstieg in Piraterieangriffen vermuten lassen. „In Westafrika hat die Piraterie in den letzten Jahren nicht die gleiche internationale Aufmerksamkeit erhalten wie in Ostafrika. Dies liegt vor allem an mangelnder Dokumentation und an der Tatsache, dass Piraterie dort häufig eine andere Form annimmt, denn Schiffe werden seltener entführt. Da die Angriffe aber trotzdem häufig gewalttätig verlaufen, sind diese nicht weniger gefährlich und die Gefahr für die Besatzung ist immer noch sehr hoch.“

Tim Hart, Senior Maritime Security Analyst bei Control Risks, weist darauf hin, dass sich die Entwicklung der Piraterie in Westafrika schon seit Ende 2010 klar abzeichnete. „Es gibt viele verschiedene taktische Ansätze der Piratengruppen in Westafrika, aber der Trend, der uns am meisten Sorgen bereitet, ist die Ausweitung der nigerianischen Piraterie nach Westen. Viele der dort ansässigen Piratengruppen haben eine hohe operationelle Reichweite und gefährden nun bereits die Gewäser vor Benin und Togo. Ihre Ziele sind vor allem Frachter, deren Ladung die Piraten auf das eigene Schiff übertragen und sich dann wieder entfernen. Diese Angriffe werden üblicherweise äußerst schnell und sehr gut organisiert durchgeführt.“

„Unternehmen, die in diesen Regionen tätig sind, müssen stetig die Piratenaktivitäten im Auge behalten und angemesse Risikominimierungsstrukturen implementiert haben“, schließt Patterson an.


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