Neue OZ: Kommentar zu Dispozinsen / Studie

Neue OZ: Kommentar zu Dispozinsen / Studie

ID: 684266
(ots) - Wie wäre es denn mal mit Sparen?

Zinsgeschäften haftet seit biblischen Zeiten ein schlechter Ruf
an. Vergessen wird dabei häufig, dass jeder Kredit zwei Seiten hat:
diejenige, die das Geld gibt, und diejenige, die es nimmt. Wem es zu
teuer ist, sein Girokonto zu überziehen, der hat also durchaus
Möglichkeiten, bei sich selbst anzusetzen. Die erste ist denkbar
einfach: Indem der Verbraucher der altmodischen Vorstellung folgt,
nur das Geld auszugeben, das er auch wirklich hat, und es damit
unterlässt, in die Miesen zu rutschen. Zweitens, indem er
gegebenenfalls andere Finanzierungsformen wie den Ratenkauf oder
einen wesentlich günstigeren Konsumentenkredit nutzt.

Drittens, indem er den Kontoanbieter wechselt. Viertens, wenn er
etwa seinem örtlichen Geldinstitut die Treue halten will, indem er
ein weiteres Konto vielleicht bei einer Direktbank eröffnet, das er
dann anzapft, wenn das Guthaben auf dem hauptsächlich genutzten
Girokonto bei der Hausbank schwindet. Die Überziehungszinsen
schwanken schließlich zwischen etwa sechs und 15 Prozent.

Gesetzlicher Regelungsbedarf besteht somit nicht einmal im Ansatz.
Ihn zu fordern ist Ausdruck einer falschen Staatsgläubigkeit und
irreführenden Skandalisierung. Banken haben das Recht darauf, Geld zu
verdienen, und der Verbraucher hat eine Eigenverantwortung, aus der
er nicht an jeder Stelle durch politische Reglementierungslust
entlassen werden kann.



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Datum: 19.07.2012 - 22:00 Uhr
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