NABU fordert Lkw-Maut auf allen Straßen und Vorteile für neuere Lkw
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NABU fordert Lkw-Maut auf allen Straßen und Vorteile für neuere Lkw
Miller: Einnahmen sollen Verkehrswende und Lärmschutz voranbringen
Berlin ? Vom morgigen 1. August an gilt die Lkw-Maut für schwere Lkw auch auf einzelnen Bundesstraßen. Aus Sicht des NABU ist dies ein sinnvoller, wenn auch halbherziger Schritt zu mehr Kostengerechtigkeit und weniger Mautflucht. "Lkw belasten unsere Straßen besonders stark. Sie verursachen enorme Mengen an Kohlendioxid, Luftschadstoffen und Lärm und müssen daher mehr an den Kosten für Umwelt und Gesundheit beteiligt werden. Die Lkw-Maut muss deshalb so schnell wie möglich auf das gesamte Straßennetz ausgeweitet werden", forderte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Die 2005 eingeführte Lkw-Maut galt anfangs nur für Bundesautobahnen. Nach dem Ausweichen vieler Lkw auf andere Routen wurde sie schrittweise auf einzelne Bundesstraßen ausgeweitet. Mit dem 1. August kommen 1.135 Kilometer und somit nur drei Prozent der Bundesstraßen hinzu. "Seit Jahren wird bei der Lkw-Maut Flickwerk betrieben, immer wieder kommen nur einzelne Bundesstraßen hinzu. Dabei fällt die Belastung auf allen Straßen an. Wenn die Bundesregierung in dem Tempo fortfährt, wird eine umfassende Lkw-Maut weiter auf sich warten lassen", so Miller.
Hinsichtlich der Maut-Einnahmen fordert der NABU ein Umdenken. Werden die Maut-Einnahmen wie bislang zweckgebunden für den Ausbau und Erhalt des Straßennetzes verwendet, wird dies nicht zu einer Verkehrsverlagerung auf umweltgerechtere Verkehrsträger und zur Vermeidung unsinniger Transporte führen. "Die wachsenden Einnahmen der Lkw-Maut müssen stattdessen stärker in die Verkehrswende und einen höheren Lärmschutz investiert werden", so NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.
Der NABU fordert von Verkehrsminister Peter Ramsauer, zum 1. Januar 2013 eine neue Mautverordnung vorzulegen, in der Lkw mit den neuen Euro-VI-Motoren bessergestellt werden und entsprechend weniger zahlen müssen. Die günstigste Mautklasse sollte dann nur noch für Lkw mit der neuen Abgasnorm Euro VI gelten, die rund 80 Prozent weniger Stickoxide und zwei Drittel weniger Partikel ausstoßen. Lkw mit der Abgasnorm Euro V und schlechter sollten in den Mautkategorien niedriger eingestuft werden und entsprechend mehr zahlen. "Der Abstand zu den deutlich saubereren Motoren sollte mindestens vier Cent pro Kilometer betragen. So schafft das Verkehrsministerium Anreize, die für den Umstieg auf eine weniger belastende Lkw-Flotte und eine fortschrittliche Verkehrspolitik dringend erforderlich sind", so Oeliger.
Für Rückfragen:
Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte, Tel. 030-284984-1613, mobil 0172-9201823
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
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Datum: 31.07.2012 - 14:15 Uhr
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