Nur eine Zelle groß - und doch so gefährlich / Giardien, was für ein Wort! Was verbirgt sich wohl dahinter? (BILD)
ID: 691078

(ots) -
Etwa kampfesmutige römische Gladiatoren, vielleicht Soldaten einer
extragalaktischen Armee oder gar Droiden aus einem Science
Fiction-Roman? Alles falsch! Giardien sind mikroskopisch kleine,
einzellige Parasiten, deren evolutionäre Entwicklung noch weitgehend
unbekannt ist. Hätten Giardien ein Gedächtnis, könnten Sie sich
sicher noch an Säbelzahntiger oder Miacis, den Urvater aller
hundeartigen Tiere, erinnern. Im Darm dieser Urzeitwesen und deren
Nachkommen haben Giardien ihre Existenz bis in die Neuzeit hinein
gerettet.
Und so machen sie noch heute Hunden und Katzen das Leben schwer.
Denn Giardien gehören neben den Spulwürmern zu den am häufigsten
vorkommenden Parasiten bei unseren geliebten Vierbeinern. Sie
besiedeln den Darm der Tiere, vermehren und verkapseln sich dort und
verursachen Durchfälle, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Die
infektiösen Zysten werden zu Hunderttausenden mit dem Kot der Tiere
ausgeschieden. Untersuchungen zufolge sind fast 20 Prozent aller
Hunde mit Giardien infiziert. Besonders betroffen sind Welpen und
junge Hunde unter sechs Monaten. Bei ihnen kann die Befallsrate sogar
bis zu 70 Prozent betragen. Andere Untersuchungen weisen darauf hin,
dass auch jede zweite Katze diese ungebetenen Darmbewohner
beherbergt.
Ausgewachsene Tiere bleiben häufig ohne Symptome. Das verstärkt
die Gefahr einer unerkannten Verbreitung des Darmparasiten durch die
infizierten Tiere. Wegen des hohen Infektionsrisikos sollten Hunde
und Katzen auf diesen Erreger untersucht und bei positivem Befund auf
jeden Fall behandelt werden. Denn Giardien besitzen zoonotisches
Potential. Das bedeutet, dass eine Infektion auch auf Menschen
übertragen werden kann. Welche Behandlung den größten Erfolg
verspricht, entscheidet der Tierarzt. Hunde- und Katzenhalter können
mit entsprechenden Hygienemaßnahmen den Therapieerfolg aber
maßgeblich unterstützen.
Neben den Giardien bedrohen weitere einzellige Darmparasiten - die
Kokzidien - die Gesundheit von Hund und Katze. Besonders betroffen
sind Welpen und Jungtiere. Daneben gehören Spulwürmer und
Hakenwürmer, der Hundebandwurm und der Fuchsbandwurm zu den
unangenehmen Darmparasiten. Für Hunde und Katzen, die ins Ausland
reisen oder von dort nach Deutschland gebracht werden, besteht
zusätzlich ein Risiko, sich mit dem Herzwurm zu infizieren. Auch an
diesen Wurmarten können sich Menschen infizieren. Regelmäßige
Wurmkuren sind im Zusammenleben von Mensch und Tier deshalb ein
absolutes Muss. Wie häufig behandelt werden muss, richtet sich dabei
nach Alter und Lebensumständen von Hund und Katze.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/
Pressekontakt:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V., Dr. Martin Schneidereit
Tel. 0228/31 82 96, bft@bft-online.de
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Datum: 31.07.2012 - 15:35 Uhr
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