Neue OZ: Kommentar zu Schifffahrt / Meyer Werft
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Die Kreuzfahrt ist eine florierende Branche. Jedes Jahr melden
Reiseveranstalter zweistellige Wachstumsraten. Die besten Schiffe
dieser Branche werden im Emsland gebaut, auf der Meyer Werft. Dass
diese Branche immer lauter nach Schiffen mit innovativer,
umweltfreundlicherer Antriebstechnik ruft, begünstigt die
Papenburger, die von einer langen Erfahrung im Schiffsbau
profitieren. Das sind scheinbar glänzende Aussichten. Dennoch sind
alle diese Voraussetzungen keine Erfolgsgarantie für die Werft. Denn
der Wettbewerb um die besten Schiffe ist längst nicht das einzige
Kriterium.
Es ist ein großes Glück, dass an der Spitze des Unternehmens eine
Familie steht, die von jeher unabhängig von Aktionären entscheiden
kann. Aber spätestens mit dem Verlust der Aufträge für die beiden
nächsten Aida-Schiffe an Mitsubishi zeigt sich, dass auch ein
erfolgreiches Familienunternehmen an seine Grenze stößt, wenn
Weltkonzerne mit finanzieller Macht den Markt manipulieren. Selbst
einem gesunden Betrieb geht irgendwann die Puste aus, wenn Aufträge
an die Konkurrenz regelrecht verkauft werden. Und was dann? Es wäre
falsch, den Teufel an die Wand zu malen. Aber es ist notwendig, sich
jetzt mit dieser Frage zu beschäftigen. Denn das, was die Großbanken
für Deutschland sind, ist die Meyer Weft für das Emsland,
unverzichtbar. Ihr Schutz ist im Notfall Auftrag für die Politik.
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Datum: 10.08.2012 - 22:00 Uhr
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