IÖB gibt Diskussion um finanzielle Bildung in Schulen neuen Schwung
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ein Konzept mit Überlegungen vorgelegt, wie sich die finanzielle
Bildung im deutschen Schulsystem verankern lassen könnte. Die
Autoren, Prof. Hans Kaminski und Stephan Friebel, setzen sich dabei
mit der gegenwärtigen Diskussion um die finanzielle Allgemeinbildung
auseinander und ziehen daraus Konsequenzen für die Lehrpläne, die sie
am Beispiel des Landes Niedersachsen verdeutlichen.
Ein Aspekt ist den Autoren besonders wichtig: Die finanzielle
Bildung benötigt nach ihrer Ansicht ein Ankerfach in der Schule, an
das sie sinnhaft gekoppelt werden kann. Dies könne, so die
Bildungsexperten, nur die ökonomische Bildung, sprich ein Fach
Wirtschaft leisten. Auf 92 Seiten liefern die Autoren eine
Vorstellung davon, wie ein Konzept für die finanzielle Bildung in
Deutschland aussehen könnte.
Niedersachsen dient als Beispiel, da die Umsetzung im föderalen
Bildungssystem ohnehin nur von Bundesland zu Bundesland einlösbar
sei. "Es geht nicht um Rezepte für die beste Geldanlage," erläutert
Kaminski, "bei der finanziellen Bildung müssen generell
wirtschaftliche Zusammenhänge und Grundeinsichten vermittelt werden,
die auch in zehn oder 20 Jahren noch tragfähig sind." Zentral sei die
Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, die mit entsprechenden
Ausbildungsstudiengängen an den Landesuniversitäten verbunden werden
müsste, so der Institutsleiter des IÖB. Fächer wie zum Beispiel
Hauswirtschaft oder Verbraucherbildung greifen nach Ansicht der
Oldenburger Bildungswissenschaftler zu kurz, weil sie die Wirtschaft
zumeist allein aus der Verbraucherperspektive betrachten und so
Zusammenhänge des Verhaltens von privaten Haushalten, Unternehmen und
Staat nicht ausgeschöpft werden. "Themen wie Finanzmarktregulierung
oder Falschberatung könnten dann kaum Bestandteil des Unterrichts
werden", so Stephan Friebel.
Zwar ist der Nutzen von Finanzkompetenz für die breite Bevölkerung
weithin unbestritten, aber die seriöse Etablierung entsprechender
Ziel- Inhaltskonzepte in das allgemeinbildende Schulsystem ist immer
noch ungelöst. Mit dem Arbeitspapier "Finanzielle Allgemeinbildung
als Bestandteil der ökonomischen Bildung" wird die Hoffnung
verknüpft, die Debatte ein Stück zum Nutzen für Kinder und
Jugendliche weiterzutreiben. Das Papier steht auf der Homepage des
IÖB: http://www.ioeb.de/informationsmaterial
Pressekontakt:
Dr. Claudia Verstraete,
Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH
An-Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Tel.: +49(0)441/361303-21
E-Mail: verstraete@ioeb.de
Internet: www.ioeb.de
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Datum: 14.08.2012 - 11:10 Uhr
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