Neue OZ: Kommentar zu Euro-Zone / Rezession
ID: 700154
Die Euro-Zone versinkt in der Rezession. Noch ist die breit
aufgestellte deutsche Wirtschaft nicht vollständig von dem Abwärtssog
erfasst, doch erste Frühindikatoren wie die sinkende Stahlproduktion
kündigen eine Verdüsterung der Konjunkturlage zwischen Flensburg und
München an.
Die derzeit weiter wachsenden Exporte in die USA und nach China
können jedoch noch die Auftragsausfälle aus den kriselnden
Euro-Südländern ausgleichen, auch wenn Ökonomen in Peking zunehmend
vor einem Ende der Boom-Phase warnen. Zudem haben bessere
Tarifabschlüsse hierzulande zu einer Stärkung der Binnennachfrage
geführt. Deshalb spricht viel dafür, dass die deutsche Wirtschaft nur
eine Konjunkturdelle durchlaufen wird - ihr also kein Absturz
griechischen oder spanischen Ausmaßes droht.
Zweifelsohne müssen sich hiesige Unternehmen aber auf mögliche
Zerwürfnisse innerhalb der Euro-Zone vorbereiten. Die
Wahrscheinlichkeit eines Griechenland-Austritts wächst. Das Land
erinnert angesichts der Massenarbeitslosigkeit zunehmend an
Deutschland während der Weimarer Republik. Zudem spitzt sich die
Krise in Spanien und Italien zu. Dass Frankreichs Wirtschaft
stagniert, ist ein Alarmsignal. Die Angst vor einem Dominoeffekt geht
in Europa um.
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Datum: 14.08.2012 - 22:00 Uhr
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