Historisch hohe Futtermittelpreise bringen Betriebe in Existenznot - Geflügelwirtschaft rechnet mit

Historisch hohe Futtermittelpreise bringen Betriebe in Existenznot - Geflügelwirtschaft rechnet mit deutlicher Angebotsverknappung

ID: 702906
(ots) - Die in den vergangenen Monaten dramatisch
gestiegenen Futtermittelpreise bringen die deutschen Geflügelbetriebe
in große Schwierigkeiten. Die Preise für Mischfutter sind aktuell so
hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, der Sojapreis liegt
gar um 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Da die Kosten für
Futtermittel den überwiegenden Teil der Gesamtkosten bei der
Versorgung der Tiere ausmachen, treiben diese exorbitanten
Preissteigerungen die deutschen Geflügelerzeuger an den Rand des
Ruins. Jetzt sei der Lebensmittelhandel gefordert, diese
außergewöhnliche, auf äußeren Einflüssen beruhende Situation
kurzfristig anzuerkennen und die Abnahmezahlungen entsprechend
anzuheben, fordert Thomas Storck als Vorsitzender des Verbands
Deutscher Putenerzeuger (VDP): "Bei der augenblicklichen
Kostensituation kann kein deutscher Putenhalter auskömmlich
wirtschaften, aktuell müssen wir alle ein Minus einkalkulieren." Die
ersten Betriebe reagieren bereits auf diese dramatische
Kostensituation: Um die eigene Existenz zu sichern, warten die
Landwirte ab und setzen die Produktion aus. Diese Vorgehensweise sei
aus der puren Not geboren, erläutert Storck: "Besser eine Nullrunde
als ein dickes Minus am Monatsende." Entsprechend werden die hohen
Futtermittelpreise Auswirkungen auch auf das Angebot an Putenfleisch
haben. Der VDP rechnet mit einer deutlichen Angebotsverknappung in
den nächsten Monaten, die bis in das Jahr 2013 hineinreichen wird.

Die hohen Futtermittelpreise erklären sich aus anhaltenden
Dürreperioden und daraus resultierenden Missernten von Soja und Mais
vor allem in den USA, die sich angesichts der internationalen
Futtermittelmärkte auch auf die Preise in Deutschland auswirken. Auf
diese kritische Lage hat in der vergangenen Woche außer der
Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bereits das


"International Poultry Council" (IPC) als weltweiter Zusammenschluss
der Geflügelfleischproduzenten hingewiesen. Als "unausweichlich"
schildert das IPC die Anhebung von Verbraucherpreisen für
Geflügelfleisch und übt zudem scharfe Kritik an den Spekulationen mit
Agrarrohstoffen, welche die Preise auf den weltweiten Futtermärkten
weiter in die Höhe treiben.

"Zu diesen Preisen kann die Geflügelwirtschaft nicht produzieren,
es muss ein angemessener Kostenausgleich erfolgen", stützt Leo Graf
von Drechsel als ZDG-Präsident die Forderung der Erzeuger und
appelliert an die Bereitschaft der Verbraucher, für
Geflügelfleischerzeugnisse mehr zu bezahlen. Auch er zeichnet ein
dramatisches Bild der Lage: "Es geht hier um nichts anderes als die
Existenz alteingesessener, solide wirtschaftender Betriebe, die
völlig ohne eigenes Verschulden in eine prekäre Lage gebracht
werden."



Pressekontakt:
ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Christiane Riewerts
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
Tel. 030 288831-40
Fax 030 288831-50
E-Mail: c.riewerts@zdg-online.de
Internet: www.zdg-online.de

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Datum: 20.08.2012 - 11:15 Uhr
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