Badische Neueste Nachrichten: Das Spiel an der Tankstelle
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Tankstelle wiederholt sich mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr
wieder pünktlich vor dem Osterfest, vor dem Ersten Mai-Feiertag oder
eben wie jetzt, wenn die Urlaubs-Reisewelle rollt - ein Schelm, wer
Böses dabei denkt. Auf jeden Fall ist es dreist, die Spritpreise vor
jeder Reisewelle derart in die Höhe zu schrauben, denn dabei zahlen
nicht nur die Autofahrer kräftig drauf. Die hohen Spritpreisen
treffen alle, denn die Nahrungsmittel und sämtliche Güter des
täglichen Bedarfs müssen schließlich transportiert werden. Am Ende
bekommen so die Verbraucher sämtlicher sozialer Schichten die Preise
nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch im Supermarkt zu spüren. Die
Mineralölkonzerne haben bei der verordneten Umstellung auf
Bio-Kraftstoff viel in ihre Raffinerien investiert. Das muss nun der
Markt wieder hergeben. Während Politiker und Automobilclubs jetzt
kräftig über Abzocke und Preisabsprachen schimpfen, winkt die Branche
mit dem Hinweis auf hohe Ölpreise, den durch die Krise geschwächten
Euro und eine höhere Nachfrage ab. Was haben wir als
Preistreiber-Argumente nicht schon alles gehört: Vor vier Jahren
waren es Chinesen und Inder, die mit ihrer rasant steigenden
Mobilität und Wirtschaftsleistung die Nachfrage bei Öl und Sprit nach
oben trieben. Ein anderes Mal waren es geopolitische Nachrichten wie
ein Ausfall der Förderung in Libyen oder eine drohende Sperrung der
Straße von Hormus durch die Iraner. Der Ölpreis klettert sofort, auch
wenn genügend Öl in den Lagern vorhanden ist. Zur Freude der
Spekulanten, die bei dem Auf und Ab kräftig Kasse machen. Gegen hohe
Spritpreise hilft nur eines: einsparen oder verzichten. 20 Millionen
Pendler fahren jeden Tag zur Arbeit. Wer sich zu zweit anstatt allein
auf den Weg macht, spart im Jahr viel Geld. Spritsparende Autos oder
alternative Motorkonzepte helfen ebenfalls weiter, denn sonst wird
der Frust beim Tanken regelmäßig wieder kommen.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 21.08.2012 - 23:26 Uhr
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