"Wir müssen im Kopf einen Schalter umlegen!" / Werber-Guru Amir Kassaei über die Zukunft der Markenführung im digitalen Zeitalter beim Internationalen Medienkongress in Berlin
ID: 713303
präsentierte Werber-Legende und DDB Worldwide-Kreativchef Amir
Kassaei am Montagnachmittag beim Internationalen Medienkongress im
ICC in Berlin Thesen über die Zukunft der Markenführung im digitalen
Zeitalter. Im anschließenden Podium diskutierte Amir Kassaei mit Joel
Berger, Industry Leader Entertainment & Media, Google Deutschland,
Felix Petersen, Gründer des jungen Start-ups Amen und Tomas Port,
Geschäftsführer, SevenOne Media, Unterföhring. Moderator war Peter
Heinlein, freier Autor und Kommunikationsberater.
Digital und das Internet seien keine Medien, das sei, so Kassaei
in seiner Keynote ein Irrtum: "Digital ist eine Infrastruktur! Wir
müssen im Kopf den Schalter umlegen und verstehen, dass wir die
Technologie als Tool nutzen, um relevante Wahrheiten zu kreieren."
Die digitale Infrastruktur mache unser Leben einfacher und
effizienter: "Das Netz ist allwissend und damit auch seine Nutzer.
Wenn die Menschen allwissend sind, funktionieren die bekannten
Marketingweisheiten nicht mehr. Wir müssen uns mit Relevanzen
auseinandersetzen." Relevante Wahrheiten hätten Gültigkeit in jedem
Markt, in jeder Kultur. Über Relevanz nachzudenken sei wichtiger als
Reichweiten. Ohne relevante Inhalte, so Kassaei, werde man als
Unternehmen zukünftig nicht mehr erfolgreich sein.
Unsere Gesellschaft befinde sich gerade im Übergang vom Zeitalter
von "digital and fragmentation" zum Zeitalter von Brand Networks,
also von Marken Netzwerken. Kassaei prognostizierte, dass es
innerhalb der nächsten Jahre keinen Unterschied mehr zwischen online
und offline gäbe, da sich momentan Dinge grundlegend veränderten. Der
Wandel sei so grundlegend, dass er das gesamte gesellschaftliche
System in Frage stelle. Vor dem Hintergrund des technologischen
Fortschritts, des Wertewandels in der Gesellschaft und den mikro- und
makroökonomischen Veränderungen sei das jahrhundertelange Prinzip des
quantitativen Wachstums in Frage gestellt, betonte Kassaei:
"Qualitatives Wachstum ist wichtiger als quantitatives Wachstum. Wir
müssen Dinge produzieren, die Sinn machen". Wir hätten jetzt die
Chance, die richtigen Lehren zu ziehen. Gleichzeitig stellte er die
Frage, wie man als Marke damit umgehe. Bei DDB habe man den Begriff
der sogenannten Social Creativity geprägt. Social bedeutet für DDB,
"der größtmögliche Respekt, den man vor Menschen auf der Straße haben
will und damit der Respekt vor dem Kunden, der Zielgruppe." Zukünftig
müsse es Ziel sein, Erlebnisse für den Konsumenten zu schaffen, die
er sonst nicht haben kann, dabei hilft die digitale Infrastruktur: "
Es geht nicht darum, Werbung zu machen, sondern Unternehmen, Marken,
Produkte, Dienstleistungen relevant zu machen. Eine Marke ist ein
Versprechen, sie ist die Summe aller Erlebnisse, die ich mit einem
Unternehmen habe". Als Unternehmen müsse man damit leben, dass man
komplett transparent sei. Das bedeutet, dass sich Unternehmen
komplett neu aufstellen müssen.
Mehr zu dieser Veranstaltung sowie zum vollständigen Programm des
Internationalen Medienkongresses unter www.medienwoche.de.
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Datum: 04.09.2012 - 10:32 Uhr
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