EU-Sozialpolitik - Unisextarife haben unerwünschte Folgen
ID: 718419
Obwohl für die Sozialpolitik in der EU eigentlich die nationalen
Regierungen zuständig sind, engen Vorgaben aus Brüssel die Spielräume
der Mitgliedsstaaten immer mehr ein - und das kann für die Bürger
unerfreuliche Konsequenzen haben. Ein Beispiel sind die ab dem 21.
Dezember 2012 vorgeschriebenen Unisextarife für Versicherungen. Dass
etwa privat krankenversicherte Männer und Frauen künftig trotz
unterschiedlicher Risiken die gleichen Prämien zahlen müssen, könnte
auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Beiträge in
die Höhe treiben. Der Grund: Die privaten Versicherer müssen aufgrund
der unsicheren Auswirkungen der Einheitstarife vorsichtiger
kalkulieren, sodass privater Gesundheitsschutz insgesamt teurer wird.
Wenn daraufhin mehr sogenannte Besserverdienende freiwillig in der
GKV bleiben, zahlen diese zwar dort den Höchstbeitrag. Doch ihre
nicht erwerbstätigen Ehepartner und Kinder, für die in den privaten
Kassen eigene Prämien fällig werden, sind bei AOK und Co.
beitragsfrei mitversichert. Fallen die zusätzlichen Kosten für diese
Familienmitglieder zusammen höher aus als die Beiträge der neuen,
zahlenden Versicherten, droht den gesetzlichen Kassen unterm Strich
ein Minusgeschäft - und die Beitragssätze steigen. Berthold Busch,
Jochen Pimpertz: EU-Sozialpolitik - Einflüsse auf die sozialen
Sicherungssysteme in Deutschland, IW-Positionen Nr. 54, Köln 2012, 54
Seiten, 11,80 Euro. Versandkostenfreie Bestellung unter:
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Ansprechpartner im IW:
Dr. Berthold Busch, Telefon: 0221 4981-762
Dr. Jochen Pimpertz, Telefon: 0221 4981/760
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Datum: 11.09.2012 - 10:51 Uhr
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