Futtermittelindustrie: Tierhaltung und Tierernährung benötigen langfristige Rohstoffstrategie
ID: 730425
Futtermittelmärkten sind nicht nur die Folge zeitweilig schlechter
Ernten, sondern auch struktureller und dauerhafter Steigerungen der
weltweiten Nachfrage. Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT)
fordert daher mehr politische Unterstützung für eine langfristige
Rohstoffstrategie und sieht dies als wichtigen Beitrag zur
Standortsicherung für die Tierhaltung in Deutschland.
"Die Rohstoffknappheit ist zurück auf der Tagesordnung. Wir müssen
über den Tellerrand der Wettermärkte hinausblicken und uns dauerhaft
darauf einstellen, dass der Rohstoff- und Futtermittelbedarf weltweit
wächst sowie europäische Abnehmer mit anderen Nachfragern immer
stärker um Agrarrohstoffe konkurrieren müssen", stellt DVT-Präsident
Helmut Wulf im Vorfeld der DVT-Jahrestagung in Ulm fest.
Eine solche Rohstoffstrategie muss auf zwei Säulen stehen: Zuerst
muss sie eine ausreichende Rohstoffversorgung gewährleisten. Dazu
gehört nicht nur ein Zugang zu den weltweiten Märkten für Agrar- und
Futtermittelrohstoffe und einen praktikablen Umgang mit Rohstoffen
aus gentechnisch veränderten Nutzpflanzen. Auch ist eine vollständige
und nachhaltige Nutzung aller Flächen und Ressourcen in Europa
unentbehrlich - anders als mit dem "Greening" im Rahmen der
europäischen Agrarreform mit einem europaweiten Wegfall von 7 Prozent
der Ackerfläche geplant. Als zweites Element der Strategie müssen
Forschung und Entwicklung verstärkt werden, um die Leistung, die
Futtereffizienz und damit die Nachhaltigkeit bei der Fütterung weiter
zu verbessern. Dies ist nicht nur Aufgabe für die
Tierernährungswissenschaft, sondern für alle Unternehmen, die mit
Agrarrohstoffen und tierischer Veredlung zu tun haben. Hier sieht der
Verband auch die öffentliche Forschungsförderung in der Pflicht.
Im Zusammenhang mit den hohen Getreidepreisen wird aktuell in den
Medien wieder einmal die Tank-Teller-Diskussion ausgetragen. Dies
geht nach Einschätzung des DVT an den tatsächlichen Problemen vorbei:
"Unser Problem sind nicht die Biokraftstoffe oder das E10. Die
problematischen Wettbewerbsverzerrungen für die Tierhaltung gehen von
der Überförderung im Biogasbereich aus. Mittlerweile sind etwa 10
Prozent der deutschen Ackerfläche für Biogasmais gebunden. Diese
Entwicklung führt zu einer "Entregionalisierung" der Futtergrundlage
für die Tierproduktion am Standort Deutschland", so Wulf.
Der DVT vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die
Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und
Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit
handeln.
Pressekontakt:
Deutscher Verband Tiernahrung e. V., Bonn
Britta Noras, Pressereferentin
E-Mail: noras@dvtiernahrung.de
Tel.: 0228 97568-23
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Datum: 27.09.2012 - 09:00 Uhr
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Ulm/Bonn
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