Basis-Dokument für IPTV als vierten Fernseh-Übertragungsweg
Berlin, 13. Februar 2009. Neben Satellit, Kabel und Antenne etabliert sich derzeit ein vierter Verbreitungsweg fürs Fernsehen: das Internet. Bei einem Workshop der Deutschen TV-Plattform am Donnerstag in Berlin stand das so genannte IPTV im Mittelpunkt. Fast 120 Branchenexperten diskutierten ein „White Paper“ als grundlegendes Regelwerk, bei dem die AG IPTV der Deutschen TV-Plattform Basis-Normen aus Sicht aller Marktteilnehmer zusammengetragen hat. Firmen wie T-Home und tape.tv demonstrierten unterschiedliche Programmangebote und Forschungseinrichtungen wie das Institut für Rundfunktechnik (IRT), T-Systems und Fraunhofer FOKUS zeigten Entwicklungsarbeiten zu IPTV. Das Unternehmen iTVsolutions zeigte eine Hybridlösung von IP- und Web-TV.
In Deutschland wird IPTV immer attraktiver, konstatierte auch Gerhard Schaas, Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform und Vorstand der Loewe AG im Eröffnungspanel des Workshops. Inzwischen nutzen über 565.000 Haushalte in Deutschland IPTV und Anbieter wie die Telekom, Hansenet und Arcor vermelden erhebliche Zuwachsraten. Kein Wunder, dass Analysten IPTV auch in Deutschland sehr gute Marktchancen einräumen. Die unterschiedlichen Ambitionen der Marktteilnehmer wurden beim zweiten Panel am 12. Februar in der Berliner T-Systems-Niederlassung erörtert. Netzbetreiber wollen durch IPTV zusammen mit Telefonie und schnellen Internetanschlüssen den Kunden ein günstiges Dreifach-Angebot (Triple Play) offerieren, sagte Peter Willems von der Telekom AG. Für Programmveranstalter, so Achim Combüchen von der RTL-Mediengruppe, „öffnet sich ein vierter Verbreitungsweg und die IP-Kodierung des Signals bietet die Möglichkeit, interessante Zusatzanwendungen ins eigene TV-Programm einzubinden“.
Allerdings kommen bei IPTV mehrere Technologien zum Einsatz und Marktteilnehmer entwickeln unterschiedliche Lösungen, konstatierte Klaus Merkel vom Institut für Rundfunktechnik (IRT). Deshalb hat sich die Deutsche TV-Plattform über ihre AG IPTV mit diesem Thema intensiver befasst und in den letzten Monaten ein „White Paper“ erarbeitet. Das stand beim dritten Panel im Mittelpunkt. Es trägt neben den regulatorischen Anforderungen aus TK- und Rundfunkrecht auch die Anforderungen der Marktteilnehmer an Signalqualität, Inhalteschutz, interaktive Anwendungen und Netzarchitektur zusammen. Bemerkenswert ist, dass das „White Paper“ der Deutschen TV-Plattform auschließlich auf bereits im Markt genutzte und standardisierte Technik-Lösungen aufbaut. Die Deutschen TV-Plattform erfindet die Welt also nicht neu, sondern sortiert das Spektrum an europäischen wie internationalen Standards und Normen und gibt gemeinsame Empfehlungen aller Marktteilnehmer ab.
Auf besonderes Interesse stießen die Vorschläge der Deutschen TV-Plattform für die die Kompatibilität sämtlicher IPTV-Dienste, Programme, interaktiven Anwendungen und zusätzlichen Angeboten mit allen Endgeräten in allen Netzen. Das hilft, so Fabian Bühring von HanseNet und Wolfgang Klenner von Alcatel, IPTV bei den Verbrauchern als alternativen Empfangsweg zu etablieren. „Ein offener und harmonisierter Markt bietet für alle bessere Chancen“, erläuterte Jürgen Sewczyk, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform das Wirken der AG IPTV unter seiner Leitung. „Durch konstruktive Zusammenarbeit ist ein wichtiges Regelwerk entstanden“. Für den Durchbruch bei IPTV in Deutschland „müssen nun die Marktpartner die Verabredungen aus dem ´White Paper´ im täglichen Geschäft umsetzen“. Wie dies mit attraktiven neuen Angeboten konkret erreicht werden kann, diskutierten u.a. Markus Haque (ZDF), Michael Heise (RTLinteractive) und Christian Senft (Seven Senses) bei der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „IPTV und WebTV in Deutschland“.
Mit einem „Spagat zwischen Wettbewerb, Unternehmensgewinnen und Endnutzern“ umriss Martin Fellner von der Bundesnetzagentur die Aufgabe der Regulierer. Für die Bundesnetzagentur sei „Interoperabilität“ auch bei den IPTV-Angeboten ein wichtiges Ziel. Tendenzen der Abschottung müssten im Interesse der Verbraucher zurückgedrängt werden. Dr. Lang verwies auf die Zugangs- und Plattform-Satzung aller deutschen Landesmedienanstalten und die von ihnen festgelegten Kriterien für diskriminierungsfreie Navigation. Aufgrund der neuen EU-Richtlinie audiovisuelle Medien und des neuen Rundfunkstaatsvertrages, der derzeit zur Beschlussfassung in den Länderparlamenten vorliege, werde die Rolle der Landesmedienanstalten auch bei IPTV gestärkt.
Bei einer Ausstellung während des IPTV-Workshops der Deutschen TV-Plattform in Berlin wurden konkrete Lösungen vorgestellt. Firmen wie T-Home und tape.tv demonstrierten unterschiedliche Programmangebote und Forschungseinrichtungen wie das Institut für Rundfunktechnik (IRT), T-Systems und Fraunhofer FOKUS zeigten Entwicklungsarbeiten zu IPTV. Das Unternehmen iTVsolutions zeigte eine Hybridlösung von IP- und Web-TV.
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Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von Programmherstellern und -anbietern, privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Netzbetreibern und Industrieunternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundesministerien, Landesregierungen und Medienanstalten sowie anderen, mit den digitalen Medien der Zukunft befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Mit dieser bereichs- und branchenübergreifenden Zusammensetzung ist die TV-Plattform die einzige von der Wirtschaft getragene Institution in Deutschland, in der Vertreter aus allen Bereichen der Medienwirtschaft an einem Tisch sitzen.
Deutsche TV-Plattform e.V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Holger Wenk, www.tv-plattform.de, Tel: 03047018882 , Fax: 030 / 995174, mobil: 0171 / 1203682, Mail: wenk(at) tv-plattform.de
konzeptW , Tel/Fax: 030 / 995174, mobil: 0171 / 1203682, Mail: presse(at) tv-plattform.de
Datum: 15.02.2009 - 22:17 Uhr
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