NABU: Weltnaturschutzgipfel muss Finanzierung für die biologische Vielfalt sichern

NABU: Weltnaturschutzgipfel muss Finanzierung für die biologische Vielfalt sichern

ID: 737343

NABU: Weltnaturschutzgipfel muss Finanzierung für die biologische Vielfalt sichern



(pressrelations) -
Tschimpke: Nötig sind 50 Milliarden Euro pro Jahr - andernfalls drohen Folgekosten in Billionenhöhe

Berlin/Hyderabad - Zum heutigen Beginn des Weltnaturschutzgipfels im indischen Hyderabad (8.-19.10.) fordert der NABU alle 193 teilnehmenden Regierungen auf, endlich die notwendigen finanziellen Weichen für die Rettung der biologischen Vielfalt zu stellen. "Alle Lippenbekenntnisse helfen nichts, wenn die Regierungen nicht endlich Taten folgen lassen. Ohne konkrete Finanzzusagen in Hyderabad riskieren wir einen unumkehrbaren Verlust der Arten und Folgekosten in Billionenhöhe", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Nach Schätzungen der Umweltverbände müssen weltweit jährlich mindestens 50 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden, um das Artensterben zu stoppen und die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme zu erhalten. Derzeit liegen die Ausgaben bei etwa 30 Milliarden Euro pro Jahr.

Um die fehlenden 20 Milliarden Euro aufzubringen, müssen die Regierungen nun verbindlich festlegen, welche Beiträge dazu von welchen Staaten geleistet werden. "Vor allem die Industrienationen stehen in Hyderabad in der Verantwortung. Ihre Naturschutzhilfen an die Entwicklungsländer müssen mindestens verdoppelt werden, von derzeit etwa fünf auf zehn Milliarden Euro jährlich. Dies kann auch durch eine schrittweise Steigerung der Mittel um 20 Prozent pro Jahr erreicht werden", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Im Verhandlungsdokument der Konferenz findet sich bereits der Vorschlag zur zehnprozentigen Steigerung, der den meisten Industriestaaten aber zu weit geht.

Darüber hinaus fordert der NABU einen gemeinsamen Beschluss aller Staaten, einschließlich der Entwicklungsländer, die staatlichen Ausgaben für den Schutz der biologischen Vielfalt im eigenen Land von nun an jährlich um durchschnittlich zehn Prozent zu steigern.

Trotz knapper öffentlicher Haushalte sind diese Forderungen aus Sicht des NABU mehr als gerechtfertigt und erfüllbar. Laut EU-Kommission könnten die Kosten des Artenverlusts andernfalls allein in Europa bis 2050 auf jährlich eine Billion Euro steigen. Dazu zählen Verluste durch den Wegfall von Leistungen, die die Natur bislang kostenlos erbringt: zum Beispiel die Trinkwasserspeicherung und -reinigung durch Moore, die Speicherung von Treibhausgasen in Wäldern oder die unersetzlichen Bestäubungsleistungen der Insekten im Obstbau. Eine artenreiche Natur ist zudem die kostengünstigste Versicherung gegen den Klimawandel, denn sie bremst Hochwässer, mildert Dürreperioden und spart letztlich auch Gesundheitskosten.



"Wenn die Weltgemeinschaft weiterhin eine Politik des Nichtstuns an den Tag legt, müssen wir künftig auch die Kosten des Nichtstuns tragen. Dabei haben es die Staaten in Hyderabad in der Hand: Investieren sie jetzt 50 Milliarden Dollar pro Jahr, verhindern sie Folgekosten in zwanzigfacher Höhe. Diese einfache Rechnung sollte jedem Finanzminister einleuchten", so Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale Biodiversitätspolitik.

Dass das notwendige Geld vorhanden ist, beweist die EU derzeit durch ihre Agrarsubventionen. Trotz Finanzkrise sind die EU-Länder auf dem besten Wege, 40 Milliarden Euro jährlich allein für umweltschädliche Direktzahlungen an die Landwirtschaft bis 2020 zu beschließen.

Hintergrund zur Lage der Artenvielfalt:

Von den weltweit bekannten 5.500 Säugetierarten stuft die Weltnaturschutzorganisation IUCN derzeit etwa ein Viertel als vom Aussterben bedroht ein. Die am meisten gefährdete Tiergruppe der Welt sind Amphibien - von ihnen stehen etwa 40 Prozent auf der Roten Liste.

Fast ein Viertel aller Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht und ein Achtel aller Vogelarten. Die weltweit am schnellsten abnehmende Artengruppe sind Korallen. Trotz vielfältiger Bemühungen und einzelner wichtiger Erfolge bei der Rettung von Arten wird die globale Rote Liste auch heute noch immer länger.

Besorgniserregend ist die Lage auch in Europa: Die hochsubventionierte intensive Landwirtschaft hat seit 1980 schätzungsweise 300 Millionen Vögeln das Leben gekostet. Gerade ehemals häufige Arten wie Kiebitz und Feldlerche sind besonders stark betroffen.

Für tagesaktuelle Einschätzungen der Verhandlungen, Hintergrundinformationen und Interviews stehen Ihnen Konstantin Kreiser ab dem 8. Oktober und NABU-Präsident Olaf Tschimpke ab dem 17. Oktober in Hyderabad zur Verfügung. Der NABU twittert zudem aus den Verhandlungen unter: http://twitter.com/NABU_de Die NABU-Forderungen und weitere Informationen zum Weltnaturschutzgipfel in Indien (CBD-COP 11): www.NABU.de/themen/naturschutz/vielfalt/cop11


Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale Biodiversitätspolitik, mobil: 0172-4179730

NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Jasmin Singgih
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Klimapolitik: Kommission fördert gemeinsam mit Unternehmen, Umweltgruppen und Hochschulen Lösungen für den Klimaschutz Mehr rausholen - mit der neuen N8-Speicher-Generation
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 08.10.2012 - 14:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 737343
Anzahl Zeichen: 5450

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 259 mal aufgerufen.

Strategisches Investitionsmanagement in der bayerischen Landwirtschaft: Effizienz durch Gebrauchtmaschinen ...
Die Herausforderungen der modernen Agrarwirtschaft in Bayern Die moderne Agrarwirtschaft steht heute vor komplexen Herausforderungen. Volatile Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelkosten und strenge regulatorische Auflagen erfordern eine effiziente Betriebsführung. Besonders in Bayern, wo tradi

Die NIS-2-Umsetzung als strategische Chance: Ein Leitfaden für deutsche Unternehmen ...
Die Frist rückt unaufhaltsam näher: Bis zum 17. Oktober 2024 müssen die EU-Mitgliedstaaten die Network and Information Security Directive, kurz NIS-2, in nationales Recht umsetzen. Diese Richtlinie stellt eine signifikante Verschärfung der Cybersicherheitsanforderungen für eine breite Palette v

Pressemitteilungen im B2B-Marketing: Wie Unternehmen gleichzeitig Reichweite wie Glaubwürdigkeit aufbauen ...
Manchmal wird über Pressemitteilungen gesagt, sie seien ein Relikt aus der Zeit, als Faxgeräte zum Büroalltag zählten. Falsch, sie leben! Gerade im B2B-Bereich erleben sie eine Renaissance, weil sie etwas leisten, was bezahlte Werbung nur schwer imitieren kann: glaubwürdige Sichtbarkeit. Wenn e

Mehr rausholen - mit der neuen N8-Speicher-Generation ...
Nur wer Energie aus Biogasanlagen bedarfsgerecht produziert, wird auch in Zukunft attraktive Erlöse erzielen und die eingesetzte Biomasse nachhaltig gewinnbringend nutzen. In Deutschland schafft das EEG 2012 dafür verschiedene Anreize, von denen sowohl Neu- wie auch Altanlagen profitieren können

Kernkraftwerk Krümmel: Fehler in der Brandmeldeanlage festgestellt ...
Im Kernkraftwerk Krümmel wurde im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung einer Brandmeldeanlage am 02.10.2012 festgestellt, dass vier Brandschutztüren bei Auslösung der zugehörigen Brandmelder nicht automatisch geschlossen hätten. Die Schließfunktion per Hand war jederzeit gegeben. Der Fehler wu

Klimapolitik: Kommission fördert gemeinsam mit Unternehmen, Umweltgruppen und Hochschulen Lösungen für den Klimaschutz ...
Connie Hedegaard, EU-Kommissarin für Klimapolitik, hat heute gemeinsam mit über 70 Organisationen aus ganz Europa eine europaweite Informationskampagne gestartet. Unter dem Motto "Deine Welt. Dein Klima" soll die Kampagne praktische Lösungen in den Mittelpunkt der Klimaschutzdiskuss

Gold Cap unterzeichnet Optionsabkommen für Kupferkonzessionsgebiet in Chile ...
chnet Optionsabkommen für Kupferkonzessionsgebiet in Chile Toronto, Ontario - 8. Oktober 2012??Gold Cap Resources Inc. (GC) wird an der Börse Frankfurt unter dem Tickersymbol R5UN:GR gehandelt. Das Unternehmen gibt bekannt, dass es ein Optionsabkommen mit der chilenischen Gesellschaft Chile Min


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z