Neue OZ: Kommentar zu Europa / Finanzkrise / Griechenland / Merkel
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Es ist ein guter Tag für Europa: Indem sie einen permanenten
Rettungsschirm aufspannen, senden die Finanzminister der Euro-Zone
ein Zeichen der Solidarität an Not leidende Staaten. Zugleich
demonstrieren sie Einigkeit und signalisieren den Finanzmärkten
Verlässlichkeit und den ungebrochenen Willen, die Krise lösen zu
wollen.
Wichtig ist nun, dass die Bedingungen, zu denen Staaten
Unterstützung bekommen, nicht aufgeweicht werden. Fördern und Fordern
gehören direkt zusammen. Nur Länder, die sich zu Reformen bereit
erklären und diese auch konsequent umsetzen, haben Hilfe verdient.
Weicht die Gemeinschaft der Helfer von diesem Kurs ab, schreibt sie
die Schuldenkrise bis in ferne Zukunft fort, ein düsteres Szenario,
das unbedingt vermieden werden muss.
Vor diesem Hintergrund trifft es sich gut, dass Angela Merkel
heute nach Griechenland reist. Es ist wie eine Probe aufs Exempel.
Die Kanzlerin muss einmal mehr deutlich machen: Die Partner helfen,
aber nicht um jeden Preis. Im Übrigen sollten sich Demonstranten in
Griechenland und anderen südeuropäischen Krisenstaaten überlegen,
gegen wen sie auf die Straße gehen. Denn verantwortlich für die
bitteren Folgen jahrzehntelanger Misswirtschaft sind nicht die
Regierungen im Norden, sondern die in Athen, Lissabon, Madrid und
Rom. Mag sein, dass es notwendig ist, die Sparschrauben etwas zu
lockern, aber dass sie notwendig sind, steht außer Frage.
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Datum: 08.10.2012 - 22:00 Uhr
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