Südwest Presse: KOMMENTAR · NOBELPREIS
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Fünf kluge, unabhängige und nicht ins aktuelle politische Gerangel
verstrickte Persönlichkeiten haben eine gute Wahl getroffen. Die
Juroren des Nobelpreises haben den Blick frei für den Wert der EU
jenseits der Debatten über den angeschlagenen Euro oder das Verbot
von Glühbirnen. Es ist frappierend, wie oft Menschen aus Afrika und
anderen Erdteilen das friedliche Zusammenwachsen des europäischen
Kontinents als ihr Vorbild darstellen, während viele Akteure in
Europas Hauptstädten im Klein-Klein der Tagespolitik offenbar den
Überblick verlieren. Doch Horst Seehofer und andere Strategen haben
allen Anlass, in sich zu gehen nach diesem Votum. Unbestreitbar ist
leider, dass nicht nur die eigentliche Idee der Einheit Europas im
Ringen um den richtigen Weg an Strahlkraft verloren hat, sondern dass
es auch an überzeugenden Verfechtern in der ersten Reihe fehlt. Jean
Monnet, Robert Schuman, Jacques Delors und Helmut Kohl haben die
große Sache authentischer verkörpert und entschiedener verfochten als
die aktiv Handelnden. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wer von
ihnen die Auszeichnung stellvertretend für die gut 500 Millionen
EU-Bürger annehmen soll. Insofern ist der Preis keine Auszeichnung
für die heute Verantwortlichen, sondern eher späte Ehrung
weitsichtiger Nachkriegspolitik und Ansporn an alle Europäer, das
Ziel wieder mit mehr Leidenschaft und Solidarität zu verfolgen.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 12.10.2012 - 19:14 Uhr
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