Jung, Chef, allein (BILD)
ID: 745692

(ots) -
Junge Führungskräfte brauchen gute Begleitung / Schnelle
Aufstiegschancen, hohe Absturzrisiken
Wer auf der Karriereleiter schon in jungen Jahren nach oben
katapultiert wird, denkt erst mal euphorisch: Ich hab's geschafft,
ich bin Boss! Und stürzt womöglich genauso schnell wieder ab. Denn
Fettnäpfchen lauern überall. Oft werden die älteren Mitarbeiter nicht
gerade begeistert sein, einen jungen Chef oder eine junge Chefin
vorgesetzt zu bekommen. Das gilt erst recht, wenn der Vorgänger sehr
beliebt war oder wenn sich alt gediente Kollegen bei der Beförderung
übergangen fühlen. Junge Führungskräfte sollten bei ihrem Jobantritt
behutsam vorgehen, um den Start nicht zu vermasseln: Ist der Respekt
erst mal dahin, wird es umso schwerer, sich die Achtung der
Mitarbeiter wieder zu erwerben.
"Ohne Führungserfahrung übersieht man als Neuer im Team leicht die
Fallstricke", hat Steffen Fischer, Unternehmensbereichsleiter
Personal beim Mittelstandskonzern ifm electronic, beobachtet. Er
empfiehlt: "In den ersten Wochen ist es ratsam, sich besonders um die
älteren Mitarbeiter zu kümmern und ihren Wissensvorsprung zu
würdigen. Kein Chef kann es sich leisten, erfahrene Kollegen zu
verprellen."
In erster Linie geht es darum, ein gemeinsames Verständnis von den
Zielen zu entwickeln. "Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt
des anderen zu verstehen", wusste schon Henry Ford. Doch das ist
mitunter leichter gesagt als getan: Junge Führungskräfte wollen sich
beweisen; schließlich wurden sie eingestellt, um frischen Wind und
Innovationen ins Unternehmen zu bringen. Sie gelten als
risikofreudiger und stellen Althergebrachtes rasch in Frage. Oft
gehen sie forsch zu Werke und versäumen in ihrem Veränderungseifer,
sich erst einmal ein umfassendes Bild zu machen. Die älteren
Mitarbeiter sehen ihre Leistungen und Erfahrungen nicht gewürdigt,
ziehen sich zurück oder haben sogar Freude daran, den neuen
Vorgesetzten auflaufen zu lassen, indem sie ihm Informationen
vorenthalten. Außerdem lassen sich die Älteren nicht so leicht
überzeugen, da sie der jungen Führungskraft trotz der guten
Ausbildung - oftmals unterbewusst - gewisse Fähigkeiten aufgrund von
fehlender Erfahrung absprechen.
Dann droht die Situation zu eskalieren: Die jungen Führungskräfte
fühlen sich von ihren Mitarbeitern nicht ernst genommen und meinen,
mit autoritären Anweisungen weiterzukommen. So verstricken sie sich
in unfruchtbaren Konflikten, statt wie gewünscht mit Elan neue
Konzepte voranzubringen.
Gute Unternehmen lassen potenzielle Führungsnachwuchskräfte auf
dem Weg nach oben nicht allein, sondern begleiten sie - zum Beispiel
durch Mentoren oder Trainings. Das weltweit tätige
Familienunternehmen ifm electronic fördert seinen Nachwuchs mit breit
angelegten Schulungsprogrammen und legt viel Wert darauf, neben einem
vielseitigen Technikverständnis auch die sozialen und kaufmännischen
Kompetenzen zu entwickeln. Die jungen Führungskräfte lernen so,
Veränderungen nicht mit der Brechstange zu kommunizieren und ihre
Mitarbeiter in die Entwicklung neuer Ideen einzubeziehen.
Manchmal stellt sich dabei allerdings auch heraus, dass es für
eine Führungsposition noch zu früh ist. "Nicht jeder kann gleich
Gruppenleiter werden, auch wenn er es vielleicht möchte", so
Personalleiter Steffen Fischer. Eine verantwortungsvolle Übergabe von
Leitungsaufgaben ist nicht nur für das Unternehmen ratsam, um
Reibungsverluste zu vermeiden. Sie erspart auch jungen Talenten ein
frühes Scheitern, durch das künftige Karriereperspektiven verbaut
werden und vorhandene Entwicklungspotenziale ungenutzt bleiben.
Pressekontakt:
ifm electronic gmbh
Simone Felderhoff
Friedrichstr. 1
45128 Essen
Tel.: 0201 2422-411
simone.felderhoff@ifm.com
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Datum: 19.10.2012 - 11:44 Uhr
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