Neue OZ: Kommentar zu Euro-Krise/EZB
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Der Euro-Hüter Mario Draghi weiß um die Angst vieler Deutscher vor
einer galoppierenden Inflation. Ein Blick in die düsteren Kapitel der
Geschichte des Landes genügt, um diese tief verankerte Sorge zu
verstehen. Deshalb war es richtig, dass der Chef der Europäischen
Zentralbank im Bundestag den Deutschen klar versprochen hat, die
Geldwertstabilität bleibe gewahrt.
Kurzfristig stimmt dies sicherlich. Dem werden auch Draghis
Kritiker kaum widersprechen, die erst in den nächsten Jahren mit
einem deutlichen Anstieg der Teuerungsrate rechnen. Manche Ökonomen
halten diese Entwicklung für so unausweichlich, wie manche
Regierungschefs Rettungspakete als alternativlos bezeichnen. Wem soll
der Bürger aber noch glauben?
Die Verunsicherung in der deutschen Gesellschaft wächst. Draghis
Beschwören eines stabilen Euro würde dann besänftigend wirken, wenn
nicht täglich neue Hiobsbotschaften von der Euro-Front kämen und
ständig Versprechen gebrochen würden - auch von deutschen Politikern.
Die Schuldenunion, die Berlin angeblich verhindern wollte, ist ja
längst Realität.
Dass jetzt die Griechen behaupten, sie hätten nach
Rettungspaketen, Schuldenschnitt und tränenreich vorgetragenen
Reformversprechen einen weiteren Aufschub von Brüssel bekommen, passt
zu diesem Tollhaus Europa. Bitter, wie das Vertrauen in den Euro
weiter schwindet.
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Datum: 24.10.2012 - 22:00 Uhr
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