Hochschulfinanzierung: Berlin, Sachsen und Bremen sind besonders erfolgreich im Drittmittelwettbewerb
ID: 754441
werben überdurchschnittlich viele Drittmittel im Vergleich zu ihren
Grundmitteln ein. Das zeigt der neue Ländercheck des
Stifterverbandes. Insgesamt ist der Anteil der Drittmittel an der
Hochschulfinanzierung deutlich gestiegen: von 15 Prozent im Jahr 2000
auf über 22 Prozent im Jahr 2010.
Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen werben
im Verhältnis zu ihren Grundmitteln relativ wenig Drittmittel ein.
Die ostdeutschen Bundesländer können insbesondere bei Drittmitteln
aus der nationalen öffentlichen Programmförderung punkten. Beim
Wettbewerb um Unternehmensdrittmittel liegen Bayern, Bremen, das
Saarland und Sachsen vorne. Die Gesamtsieger Berlin, Sachsen und
Bremen sind bei fast allen Drittmittelgebern gleichermaßen
erfolgreich.
"Der entscheidende Erfolgsfaktor bei der Drittmittelakquise ist
eine gelungene Profilbildung. Wie man sogar aus einer relativen
Schwäche eine absolute Stärke machen kann, zeigt etwa Sachsen. Es ist
bei der Einwerbung von Drittmitteln aus der Wirtschaft ähnlich stark
wie Bayern, obwohl seine Wirtschaftskraft geringer ist. Sachsen ist
es offenbar gelungen, seine Forschungsstärken in unternehmensnahen
Disziplinen voll auszuspielen", sagt Volker Meyer-Guckel, der
stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes. "Einen
direkten Zusammenhang zwischen Grundmitteln und Drittmitteln konnten
wir dagegen nicht feststellen. Sowohl finanziell starke wie auch
finanziell schwache Länder sind beim Einwerben von Drittmitteln
gleichermaßen erfolgreich. Es gibt keinen Matthäus-Effekt, nach dem
vor allem den Hochschulen geben wird, die ohnehin schon viel haben.
Umgekehrt spornt eine Absenkung der Grundfinanzierung die Hochschulen
zwar möglicherweise zu besonderer Kreativität und besonderem
Engagement bei der Drittmittelakquise an, messbare Erfolge sind damit
aber nicht zwingend verbunden."
Der Anteil der Drittmittel an der Gesamtfinanzierung der
Hochschulen ist insgesamt deutlich gestiegen: im Bundesdurchschnitt
von 15 Prozent im Jahr 2000 auf über 22 Prozent im Jahr 2010. In
absoluten Zahlen: 26,5 Milliarden Euro betrug das Gesamtvolumen der
Hochschulfinanzierung im Jahr 2010, davon waren 5,9 Milliarden Euro
Drittmittel. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lagen das Gesamtvolumen bei
18,9 Milliarden Euro und die Drittmittel bei 2,8 Milliarden Euro.
Drittmittel werden von den Hochschulen für konkrete
Forschungsprojekte zusätzlich zu den von den Ländern bereitgestellten
Grundmitteln eingeworben, mit denen sie Personal, Gebäude und
Gerätschaften finanzieren.
Wichtigster Drittmittelgeber ist nach wie vor die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG): 34 Prozent aller Drittmittel kamen 2010
von der DFG, 27 Prozent von Bund und Ländern, 10 Prozent von der EU
und internationalen Organisationen, 7 Prozent von Stiftungen. Der
Anteil der Wirtschaft ist in den Jahren 2000 bis 2010 von 28 Prozent
auf 21 Prozent zurückgegangen. Die von Unternehmen vergebenen
Hochschulmittel sind zwar gestiegen, jedoch weniger stark als die
Mittel aus anderen Quellen.
Der Ländercheck im Internet:
www.laendercheck-wissenschaft.de/drittmittel
Über den Ländercheck: Der Ländercheck des Stifterverbandes
überprüft regelmäßig den Stand und die Wirkungen des föderalen
Wettbewerbs auf unterschiedlichen Feldern der akademischen Bildungs-
und Innovationspolitik und zeichnet Landkarten Deutschlands, die
Orientierungen bieten für politische Standortdebatten.
Pressekontakt:
Moritz Kralemann
Pressesprecher
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: (0 30) 32 29 82-5 27
E-Mail: moritz.kralemann@stifterverband.de
Fachkontakt:
Dr. Mathias Winde
Programmleiter Hochschulpolitik und -organisation
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
Tel.: (0 30) 32 29 82-5 01
E-Mail: mathias.winde@stifterverband.de
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Datum: 02.11.2012 - 10:08 Uhr
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