Neue OZ: Kommentar zu Beamtenbund (dbb)
ID: 761220
Die IG Metall macht es anderen Gewerkschaften vor: Sie ist mächtig
schon aufgrund ihrer Größe - und neuerdings auch wieder attraktiv für
junge Leute, wie die seit etwa zwei Jahren steigende Mitgliederzahl
belegt.
Eher behäbig kommt dagegen manche Arbeitnehmerorganisation des
öffentlichen Dienstes daher. Der Beamtenbund dbb zum Beispiel,
hervorgegangen aus dem Deutschen Beamtenbund. Er öffnete sich erst
spät und unter dem Druck der Privatisierung früherer Staatskonzerne
wie Post und Telekom für Arbeiter und Angestellte. Zwar ist auch der
dbb groß, vereint aber viele Einzelgewerkschaften unter seinem Dach.
Und vor allem zu drei Vierteln Beamte, die nicht streiken dürfen.
Es gibt im dbb aber auch schlagkräftige Berufseliten wie die
Lokführergewerkschaft GdL, die der Deutschen Bahn 2008 in einem
beispiellosen Tarifkonflikt eine Gehaltserhöhung von elf Prozent
abgetrotzt hat.
Die Verschmelzung des Beamtenbundes mit der
Angestellten-Organisation dbb Tarifunion soll den öffentlichen
Arbeitgebern folglich Kampfbereitschaft signalisieren. Als Nächstes
steht im Frühjahr 2013 eine Tarifrunde mit 15 Bundesländern ins Haus,
von denen viele ihre Haushalte bald ausgleichen wollen. Kein Wunder,
dass Staatsdiener das als Angriff auf ihren Wohlstand betrachten. Zum
Beispiel auch Lehrer und Polizisten, deren Wert für den Staat
Politiker gerne hervorheben - allerdings meist in Sonntagsreden.
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Datum: 12.11.2012 - 22:00 Uhr
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