Autoklimaanlagen heizen weiter das globale Klima auf

Autoklimaanlagen heizen weiter das globale Klima auf

ID: 761601
(ots) - Gemeinsame Pressemitteilung

Umstieg auf umweltfreundliche Autoklimaanlagen fast zwei Jahre in
Verzug - Klimaschädliches Kältemittel R134a muss endgültig
abgeschafft werden - Deutsche Umwelthilfe und Verkehrsclub
Deutschland fordern nach dem Ausstieg aus dem gefährlichen
Kältemittel 1234yf den Einsatz natürlicher Kältemittel als sichere
und nachhaltige Alternative - Kurzfilm der PRO KLIMA-Kampagne klärt
über die Umweltwirkungen von Autoklimaanlagen auf

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und der ökologische
Verkehrsclub VCD haben im Rahmen ihrer von der EU geförderten
Kampagne PRO KLIMA den hartnäckigen Widerstand der Automobilindustrie
beim Umstieg auf umweltfreundliche Autoklimaanlagen kritisiert. Seit
Anfang 2011 ist das klimaschädliche Kältemittel R134a für neue Pkw
Modelle nicht mehr zugelassen. Die Hersteller hatten dann das
chemische Kältemittel 1234yf auserkoren. Mit einem Verweis auf
vermeintliche Lieferprobleme hatten insbesondere die deutschen
Automobilhersteller jedoch bei der EU Kommission eine letzte
'Übergangsfrist' zur Verwendung des seit Januar 2011 verbotenen R134a
bis zum 31.12.2012 erwirkt. Nachdem Ende September die Daimler AG den
Ausstieg aus 1234yf aus Sicherheitsgründen verkündet hatte,
distanzierte sich am vergangenen Wochenende nun auch der
Aufsichtsratsvorsitzende des VW Konzerns Prof. Ferdinand Piech in
einem Interview mit der AutoBild von dieser Option. Beide Hersteller
haben keine Angaben gemacht, ab wann sie den Einsatz eines zugleich
klimafreundlichen und ungefährlichen Kältemittels planen und kündigen
vielmehr bis auf Weiteres die Verwendung von R134a an.

DUH und VCD forderten die Bundesregierung und die Europäische
Kommission auf, einen rechtswidrigen Einsatz von R134a ab Januar 2013
mit einer Strafzahlung von 665 EUR pro neu zugelassenen Pkw zu ahnden


und die geltende EU-Richtlinie konsequent durchzusetzen.

"Endlich hat sich die deutsche Automobilindustrie die Kenntnisse
zu Eigen gemacht, die die Deutsche Umwelthilfe, das Umweltbundesamt
und die Bundesanstalt für Materialforschung bereits vor vier Jahren
bekannt gemacht haben. Damit wird das gefährliche Kältemittel 1234yf
endgültig zu Grabe getragen.", betont Dorothee Saar, Leiterin des
Bereichs Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. Nachdem Herr Piech,
die richtigen Schlüsse in Bezug auf CO2 als natürliches Kältemittel
gezogen habe und es als das geeignetste Kältemittel bezeichne,
fordern die Verbände, dass nun auch der gesamte VW-Konzern diese
Schlussfolgerung umsetzen und ab 2013 alle neuen Modellen mit
CO2-Klimaanlagen ausstatten werde.

R134a ist rund 1430mal so klimaschädlich wie CO2. Weil
Autoklimaanlagen keine dichten Systeme darstellen, entweichen rund
zehn Prozent des Kältemittels pro Jahr aus der Anlage in die Umwelt.
Allein in Deutschland sind das umgerechnet 4,29 Millionen Tonnen CO2
jährlich. "Das entspricht dem jährlichen Ausstoß von über 2,5
Millionen Autos mit durchschnittlicher Fahrleistung. R134a muss daher
dringend aus den Pkw-Klimaanlagen verbannt werden. Zumal eine
ökologische und sichere Alternative längst vorhanden ist: Sie heißt
CO2", erläutert Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher des
VCD. Die Verbände fordern daher alle Hersteller auf, sich umgehend zu
einer klimaverträglichen und für den Autofahrer ungefährlichen
Kältetechnik zu bekennen. Immerhin hatten die deutschen Hersteller
bereits 2007 die Verwendung von CO2 als Kältemittel zugesagt.

Natürliches CO2 weist unter allen verfügbaren Pkw-Kältemitteln das
geringste Treibhauspotential auf und ist nicht brennbar. Außerdem ist
der Einsatz von CO2-Klimaanlagen aufgrund geringer Zusatzkosten von
rund 50 Euro pro Pkw in der Serienfertigung längst umsetzbar. Das
natürliche Kältemittel findet in großem Umfang in der stationären
Kühlung und deutschlandweit bereits in über 20 Bussen Anwendung. Erst
kürzlich präsentierte die Deutsche Bahn AG einen Diesel-Hybrid-Zug
mit CO2-Klimaanlage.

Um nachhaltige und sichere Klimatechnik voranzutreiben, hat die
DUH zusammen mit dem VCD vor zwei Jahren die Kampagne PRO KLIMA
gestartet. Die beiden Verbände informieren Verbraucher über die
Umweltwirkungen von Autoklimaanlagen und setzen sich für natürliche
Kältemittel sowie effizientere Anlagentechnik ein.

Den neuen Kurzfilm der Kampagne finden Sie im Internet unter
www.autoklimaanlage.info



Pressekontakt:
Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung DUH, Hackescher
Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 240086772, E-Mail: saar@duh.de

Gerd Lottsiepen, Verkehrspolitischer Sprecher VCD, Rudi-Dutschke-Str.
9, 10969 Berlin, Tel.: 030 280351-11, Mobil: 0171 8824449, E-Mail:
gerd.lottsiepen@vcd.org

Anja Smetanin, Pressesprecherin VCD, Rudi-Dutschke-Str. 9, 10969
Berlin, Tel.: 030 280351-12, E-Mail: anja.smetanin@vcd.org

Daniel Eckold, Pressesprecher DUH, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin;
Tel.: 030 2400867 22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold@duh.de

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Datum: 13.11.2012 - 11:02 Uhr
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