Griechenland-Entscheidung macht Euro immer unsicherer!
ID: 761790
Präsident des Wirtschaftsrates, Prof. Dr. Kurt J. Lauk:
Griechenland-Entscheidung macht Euro immer unsicherer!
Es rächt sich nun bitter, dass die europäischen Regierungen
versäumt haben, ihre Bevölkerungen auf unbequeme Wahrheiten
vorzubereiten. Der Troika-Bericht deckt die Utopie einer schnellen
Griechenland-Rettung schonungslos auf. Athen kann sich ohne fremde
Hilfe über Jahre nicht finanzieren. Neue Hilfsgelder werden fast
vollständig von dem teuren Schuldendienst verschlungen.
Der offene Streit zwischen dem IWF und der Euro-Zone ist ein
alarmierendes Warnsignal. Der IWF kämpft um seine Glaubwürdigkeit, da
er seine Maßstäbe, die weltweit gelten, in Europa nun gefährdet
sieht. Selbst die Europäerin Lagarde hält eine konsequente
Konsolidierungspolitik der Europäer für nicht mehr möglich, sie
verliert die Geduld mit ihnen.
Wenn die beiden wichtigsten Griechenland-Gläubiger nicht mehr in
die gleiche Richtung marschieren, geht nicht nur kostbares Vertrauen
verloren, es lässt sich auch an einer Hand abzählen, dass die
schmerzhaften Maßnahmen am Ende wieder auf die EZB abgeschoben
werden. Dies bedeutet unter anderem, dass die EZB entweder die
Anforderungen für griechische Banken lockern muss oder sie ggf.
erneut griechische Anleihen aufkaufen muss.
Doch statt den Bürgern reinen Wein einzuschenken, verschieben die
"EU-Rettungspolitiker" erneut die dringend erforderlichen
Entscheidungen. Ein zweiter Schuldenschnitt für Griechenland wird
immer wahrscheinlicher und dadurch immer teurer. Dies erfordert aber
mutige Entscheidungen und Offenheit über die Folgen auch für
Deutschland.
Um für Griechenland wieder eine Wachstumsperspektive zu schaffen,
muss Griechenland auch tatsächlich die Reformern umsetzen. Nur
dadurch wird Griechenland wieder Vertrauen an den Kapitalmärkten
zurückgewinnen können. Dazu gehört auf jeden Fall eine
funktionierende Steuererhebung.
Die Kreditwürdigkeit Deutschlands wird Griechenland einen weiteren
Aufschub gewähren, so lange, bis die Finanzmärkte auch die deutsche
Zahlungsfähigkeit anzweifeln. Da Spanien in den nächsten Wochen unter
den Schirm muss, wird dies bald der Fall sein.
Pressekontakt:
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Dr. Thomas Raabe
Pressesprecher
Telefon: 030 / 240 87-301
Telefax: 030 / 240 87-305
pressestelle@wirtschaftsrat.de
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Datum: 13.11.2012 - 12:33 Uhr
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