Badische Neueste Nachrichten: Der richtige Mann?
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steht vor derselben Aufgabe, an der schon die bisherige
Hauptgruppierung der Regimegegner gescheitert ist: Glaubwürdigkeit
erwerben und erhalten. Nur dann kann die in Doha geformte "Syrische
Nationale Koalition für Kräfte der Opposition und Revolution"
erfolgreich sein und damit rechnen, genügend Geld und Waffen von
westlichen Staaten und von Ländern der Region zu erhalten. Einige
Experten bezweifeln, dass es der "Nationalen Koalition" gelingen
wird, die vielen verschiedenen Milizen in Syrien unter ein zentrales
Kommando zu stellen und den Machtgewinn islamistischer Gruppen zu
verhindern. Als Chef der neuen Gruppe wählte die Konferenz von Doha
den 52-jährigen Moaz al-Khatib, einen Geologen, der im staatlichen
Ölunternehmen arbeitete, aber auch als Vorbeter und Prediger in einer
Moschee in Damaskus wirkte. Al-Khatib, der erst vor wenigen Monaten
aus Damaskus floh, genießt großes Ansehen in der Opposition und
verkörpert den Widerstand in Syrien selbst. Das ist wichtig, weil dem
bisherigen Dachverband, dem vor allem aus Exil-Syrern bestehenden
Syrischen Nationalrat (SNC), vorgeworfen wurde, die Interessen der
Syrer vor Ort zu ignorieren. Der SNC ging jetzt in der "Nationalen
Koalition" auf, doch die große Frage lautet, ob die neue Organisation
effizienter und ohne die beim SNC üblichen internen Machtkämpfe
handeln kann. Viele in der Region werden zudem sehr genau darauf
achten, wie nahe die "Koalition" den USA steht - schließlich hatte
US-Außenministerin Hillary Clinton erst vor wenigen Wochen genau
jenen Umbau der syrischen Opposition verlangt, der jetzt in Doha
vollzogen wurde. Auch den USA gegenüber muss Al-Khatib beweisen, dass
er der richtige Mann ist. Clintons Ruf nach einer Neuordnung der
Opposition war kein selbstloser Appell zum Wohle des syrischen
Volkes, sondern Ausdruck der wachsenden Sorge in Washington
angesichts der zunehmenden Macht radikal-islamischer Gruppen in
Syrien. Einigen dieser Gruppen werden Verbindungen zum Terrornetzwerk
Al Qaida nachgesagt. Vereinzelt werden die islamistischen
Gotteskrieger für Massaker in Syrien verantwortlich gemacht.
Al-Khatib soll den Einfluss der Islamisten zurückdrängen. Aber kann
er das? Viele Beobachter bezweifeln das.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 13.11.2012 - 23:16 Uhr
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