Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur/EU/Krise
ID: 764292
Deutschland eine Insel der Seligen? Das war gestern. Inzwischen
verdunkelt sich auch hierzulande der Konjunkturhimmel zusehends. Die
europäische Staatsschuldenkrise zieht Kreise. Das kann auch gar nicht
anders sein. Denn immerhin gehen 40 Prozent der deutschen Exporte in
die Euro-Zone. Und wenn die Wirtschaft dort schrumpft, sinkt die
Nachfrage bei deutschen Herstellern und Dienstleistern.
Damit nicht genug, entwickelt sich auch die chinesische Wirtschaft
nicht mehr so stürmisch wie in der jüngeren Vergangenheit. Und in den
USA droht gar ein starker Einbruch der Konjunktur, wenn das
Staatsschiff auf die sogenannte fiskalische Klippe auflaufen sollte
und es dann zu Steuererhöhungen und Kürzungen öffentlicher Ausgaben
kommt. Auch die weiteren Aussichten sind mithin trübe.
Zudem bleibt die Staatsschuldenkrise eine immense Herausforderung.
Im Falle Griechenlands ist schon von einem weiteren Schuldenschnitt
und sogar von direkten Transferzahlungen die Rede. Mit anderen
Worten: Kredite allein reichen offensichtlich nicht mehr, jetzt
fließt womöglich schon bald deutsches Steuergeld direkt auf Konten in
Griechenland.
All dies zeigt: Das Krisenmanagement funktioniert immer noch
nicht, und es greift zu kurz. Die Rezession ist auch das Resultat
übertriebener Sparmaßnahmen. Ebenso sehr wie Strukturreformen
benötigen die Krisenstaaten Wachstumsimpulse in Form von
Investitionsprogrammen.
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Datum: 15.11.2012 - 22:00 Uhr
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