Audi AG erhält Innovations- und Klimaschutzpreis der deutschen Gaswirtschaft für Erdgas aus Windstrom
ID: 772015
Windenergie synthetisches Erdgas produzieren und als Kraftstoff unter
dem Namen e-gas anbieten. Von der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen
und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE e. V.) wurde das e-gas
Projekt von Audi gestern in der Kategorie "Umweltschonende Mobilität:
Erdgas im Verkehr" mit dem hochdotierten Innovations- und
Klimaschutzpreis der deutschen Gaswirtschaft 2012 ausgezeichnet.
"Das e-gas Projekt steht für die Zukunft der Erdgasmobilität",
sagt Dr. Timm Kehler, Geschäftsführer der erdgas mobil GmbH. "Es
basiert auf einem geschlossenen CO2-Kreislauf, der überschüssige
Windenergie sinnvoll nutzt." Das bedeutet, dass diese nicht mehr
ungenutzt verloren geht, sondern durch die sogenannte Power-to-Gas
Technologie in synthetisches Methan, also Erdgas, umgewandelt und im
Erdgasnetz zwischengespeichert werden kann. Zu diesem Zweck errichtet
der Automobilhersteller in Kooperation mit dem Energieversorger EWE
derzeit eine Anlage im niedersächsischen Werlte. Dort wird Wasser
mittels der überschüssigen Windenergie in Wasserstoff und Sauerstoff
gespalten. Anschließend wird dem Wasserstoff Kohlendioxid
hinzugefügt, das aus der benachbarten Biogasanlage stammt.
Das hieraus entstehende Methan ist chemisch identisch mit Erdgas.
Um es regenerativ zu erzeugen, setzen derzeit auch andere
Energieversorger auf Power-to-Gas. Insgesamt gibt es in Deutschland
aktuell fünf Pilotanlagen. Doch Audi geht einen Schritt weiter: Der
Automobilhersteller wird die umweltschonende Energie unter dem Namen
"e-gas" als Kraftstoff für seine Erdgasfahrzeuge vermarkten.
Zusätzlich bringt der Konzern ab 2013 sein erstes serienmäßiges
Erdgasmodell auf den Markt: den Audi A3 TCNG. Das 110 PS-starke
Sportbackmodell verbraucht 3,6 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer und
beschleunigt auf über 190 km/h Höchstgeschwindigkeit. Gleichzeitig
bleibt der CO2-Ausstoß in der ökologischen Gesamtbilanz
(Well-to-Wheel) im e-gas Betrieb unter 30 Gramm pro Kilometer.
Außerdem bietet der Konzern eine spezielle Tankkarte an; mit dieser
können Käufer des A3 TCNG die Kraftstoffmenge, die sie an den
bundesweit über 900 Erdgastankstellen beziehen, abrechnen.
"Das setzt neue Maßstäbe und ist ein großer Schritt vorwärts, um
im Bereich Mobilität nachhaltig CO2 zu reduzieren und so aktiven
Klimaschutz zu betreiben", unterstreicht Dr. Ludwig Möhring,
Präsident der ASUE und Mitglied der Geschäftsführung der WINGAS GmbH.
Aus diesem Grund erhielt die Audi AG für ihr Gesamtkonzept den
renommierten Preis der deutschen Gaswirtschaft für Innovation und
Klimaschutz. Zur feierlichen Vergabe kamen gestern über 170 Gäste aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ins Haus der Deutschen
Parlamentarischen Gesellschaft (Reichspräsidentenpalais). Dort wurde
die Auszeichnung zum nunmehr 17. Mal gemeinsam mit dem ADAC
(Allgemeiner Deutscher Automobilclub e. V.), dem BDEW (Bundesverband
der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.), dem DVGW (Deutscher Verein
des Gas- und Wasserfaches e.V.), der dena (Deutsche Energie-Agentur
GmbH) und der erdgas mobil übergeben. Neben der Kategorie
"Umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr" wird der Preis auch in
den Bereichen "Planung" sowie "Forschung und Entwicklung" für
Projekte ausgelobt, die wesentliche Impulse für eine nachhaltige und
zukunftsgerechte Energienutzung setzen.
Über erdgas mobil
erdgas mobil ist eine Initiative führender Unternehmen der
deutschen Gaswirtschaft, um Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff
stärker auf dem Markt zu etablieren. Der an mittlerweile rund 900
Tankstellen in Deutschland erhältliche alternative Kraftstoff hat vor
allem durch die Beimischung von Bio-Erdgas das Potenzial, langfristig
einen bedeutenden Beitrag zur Verringerung von Emissionen im
Straßenverkehr - insbesondere von CO2, Lärm, Stickoxiden und
Feinstaub - zu leisten. So werden beispielsweise bei einer
20prozentigen Bio-Erdgas-Beimischung gegenüber einem Benziner rund 39
Prozent CO2 eingespart. Der Preis für den alternativen Kraftstoff
liegt durchschnittlich rund 50 Prozent unter dem für Benzin,
gegenüber Diesel können 30 Prozent gespart werden.
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Datum: 28.11.2012 - 09:52 Uhr
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