foodwatch zu Mineralölen in Verpackungen / Ankündigung von Ministerin Aigner zu Grenzwerten
ID: 773707
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, gesetzliche Höchstmengen für
den Übergang von Mineralölen aus Lebensmittelverpackungen aus
Recycling-Papier auf Lebensmittel zu erlassen, erklärt der
stellvertretende Geschäftsführer der Verbraucherorganisation
foodwatch, Matthias Wolfschmidt:
"Schön, dass Bundesministerin Aigner nach der Veröffentlichung der
Stiftung Warentest zu Mineralöl in Schokoladen-Adventskalendern
wieder eingefallen ist, dass bei ihr seit mehr als zwei Jahren eine
Verordnung zu Grenzwerten in der Schublade liegt. Hätte sie diese
Regelung schon 2011 durchgesetzt, wären Verbraucher die
krebsverdächtigen Substanzen, die nicht nur in Adventskalendern
stecken, schon seit zwei Jahren erspart geblieben.
Nun muss Frau Aigner dafür sorgen, dass keine krebsverdächtigen
aromatischen Kohlenwasserstoffe mehr aus Verpackungen in die
Lebensmittel gelangen. 2011 hieß es im Verordnungsentwurf ganz klar,
dass solche Substanzen "nicht nachweisbar" sein dürfen. Jetzt spricht
Frau Aigner von "Höchstmengen", die so bemessen sein sollen, "dass
Verbraucher vor gesundheitlich nachteiligen Wirkungen dieser Stoffe
geschützt werden". Doch bei aromatischen Kohlenwasserstoffen darf die
"Höchstmenge" nur klipp und klar bei "Null" liegen. Denn
unbedenkliche Mengen gibt es hier nicht.
Voraussetzung für Grenzwerte sei zudem, so die Ministerin heute,
eine "amtliche Methode zum gesicherten Nachweis der
Mineralöl-Verbindungen". Offenbar hat Frau Aigner übersehen, dass es
diese Methode längst gibt. Schon vor mehr als einem Jahr hat ihr
eigenes Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf einer
internationalen Fachkonferenz eine praxisfähige und für die amtliche
Lebensmittelüberwachung taugliche Nachweismethode für Mineralöle in
Verpackungen vorgestellt.
Lebensmittelhersteller sind gesetzlich verpflichtet, nur sichere
Produkte auf den Markt zu bringen. Wer Produkte in den Handel bringt,
die gesundheitsgefährliche Mineralöle enthalten, verstößt also schon
jetzt gegen die seit Mitte 2008 geltende EU-Verordnung 2023/2006 zur
"Guten Herstellungspraxis". foodwatch fordert die Behörden daher auf,
jetzt unverzüglich zu handeln und die Verbraucher nicht weiter mit
dem Hinweis auf Grenzwerte zu vertrösten, die irgendwann kommen
sollen. Die Überwachungsbehörden müssen von Herstellern, die
Recycling-Kartons verwenden, Nachweise über die Unbedenklichkeit
ihrer Verpackungen verlangen. Kann ein Hersteller nicht nachweisen,
dass aus der Verpackung keine Mineralöle ins Lebensmittel gelangen
können, muss die zuständige Behörde die Ware aus dem Supermarkt
räumen.
In Lebensmittelverpackungen gelangen Mineralöle in der Regel über
Druckfarben, die entweder zum Bedrucken der Verpackung selbst
verwendet werden oder direkt im verwendeten Recyclingpapier stecken.
Das ließe sich vermeiden, wenn Papier verwendet würde, das kein
Mineralöl enthalten kann oder durch Beschichtungen verhindert würde,
dass Mineralöle in Lebensmittel gelangen können. Das Problem und die
Lösungsmöglichkeiten sind sowohl Regierung als auch Behörden und
Herstellern seit Jahren bekannt. Auf Regelungen, die sie vor den
krebserregenden Stoffen in Lebensmittel schützen, warten die
Verbraucher bisher aber vergeblich."
Mehr Informationen:
BMELV: Verordnungsentwurf "22. Verordnung zur Änderung der
Bedarfsgegenständeverordnung" vom 02. Mai 2011: http://ots.de/qH2VS
BfR: Neue Analysemethode zum Nachweis von Mineralölgehalten in
Lebensmitteln aus Recyclingkarton (26.10.2011): http://bit.ly/Sw94rT
Pressekontakt:
foodwatch e.V.
Andreas Winkler/Christiane Groß
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 - 290
Fax: +49 (0)30 / 24 04 76 - 26
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.11.2012 - 17:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 773707
Anzahl Zeichen: 4209
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Nahrung- und Genussmittel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 241 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"foodwatch zu Mineralölen in Verpackungen / Ankündigung von Ministerin Aigner zu Grenzwerten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
foodwatch e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Monopolkommission stellt in seinem heute veröffentlichten Sondergutachten eine wachsende Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels fest, mit spürbaren Folgen für Verbraucher:innen und Erzeuger:innen. Dazu erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch:
foodwatch gewinnt Rechtsstreit gegen dm: "Immun-Smoothie" für Kinder ist irreführend ...
Die Drogeriekette dm darf einen Obst-Quetschie nicht weiter als "Immun-Smoothie für Kinder" bezeichnen. Das entschied das Landgericht Karlsruhe und gab damit einer Klage der Verbraucherorganisation foodwatch recht. Laut dem Richter verstößt die Bezeichnung "Immun Smoothie" geg
foodwatch zum neuen Agrarminister Alois Rainer: "personifizierte Ambitionslosigkeit" ...
Zur Nominierung von Alois Rainer als neuen Agrar- und Ernährungsminister erklärt Dr. Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: "Alois Rainer ist die personifizierte Ambitionslosigkeit des Koalitionsvertrags. Zu gesunder Ernährung, nachhaltiger Landwirtschaft
Weitere Mitteilungen von foodwatch e.V.
Glühwein am Steuer wird teuer / ADAC: Wer trinkt und fährt, muss mit Bußgeld und Fahrverbot rechnen ...
In der Adventszeit locken Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern mit vielen Köstlichkeiten und reichlich Alkohol. Autofahren ist laut ADAC nach dem Genuss von Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle jedoch gefährlich. Wer bei einer Kontrolle mit 0,5 Promille erwischt wird, muss mit einem Bußg
Schmeckt nicht gibt's nicht: iglo Feinschmecker Saftige Ofenfilets ab Januar 2013 mit Geld-zurück-Garantie (BILD) ...
Köstliche Rezepturen, gelingsichere Zubereitung und saftige Fischfilets: Seit September 2012 verwöhnen die Feinschmecker Saftige Ofenfilets des Hamburger Tiefkühlkostherstellers iglo die Gaumen deutscher Gourmets. Alle die die feinen Fischköstlichkeiten noch nicht kennen, können diese a
Düsseldorfer Altbier-Brauerei bekam Post vom Buckingham Palace / Queen dankt für Füchschen Alt zum Thronjubiläum (BILD) ...
Als diesen Sommer weltweit das 60jährige Thronjubiläum von Queen Elisabeth II gefeiert wurde, hatte sich Peter König, Chef der Düsseldorfer Altbierbrauerei "Im Füchschen", etwas Originelles ausgedacht. Er kreierte ein Thronjubiläums-Fässchen als limitierte Sonderedition sein
Grüne Woche 2013: Wein und Sekt - das schmeckt (BILD) ...
Deutsche Wein- und Sektgalerie: Verbraucher in Sektlaune Kulinarium der Weine mit edlen Tropfen aus der südlichen Hemisphäre Aus allen Regionen Deutschlands bringen die Winzer ihre Spezialitäten zur Internationalen Grünen Woche Berlin 2013. Über 1.000 dieser edlen Getränke werde




