Klimaskeptiker lassen Chemische Industrie sprechen - wer lässt sich da eigentlich von wem vor den Karren spannen?
ID: 773980
Jahrestagung des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE)
und des Heartland-Instituts in München. Die beiden klimaskeptischen
Organisationen sind dafür bekannt, Zweifel am wissenschaflichen
Konsens zum menschgemachten Klimawandel zu säen. Unnötig aufgewertet
wird ihre Veranstaltung in diesem Jahr durch einen Vortrag von Utz
Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie
(VCI). Die klima-allianz kritisiert den VCI heftig dafür, dass sich
der Verband so vor den Karren der Klimawandelleugner spannen lässt.
Das Heartland Institute hat laut Selbstauskunft ein Jahresbudget
von 6 Mio. EUR, davon 46% aus Stiftungsmitteln, 29% von Unternehmen
und 22% von Privatpersonen. Spender sind u.a. der Konzern Exxon,
daneben Bayer, Microsoft und General Motors (vgl. Weblinks unten).
Über die Financiers von EIKE ist bisher wenig bekannt.
VCI-Hauptgeschäftsführer Tillmann will heute mit einem Vortrag zum
Thema "Die Auswirkungen des deutschen Energiekonzepts auf die
deutsche Wirtschaft" auf der Jahrestagung auftreten.
Jürgen Maier, Sprecher der klima-allianz und Geschäftsführer des
Forums Umwelt und Entwicklung kritisiert: "Die Klimaskeptiker
befriedigen ein Bedürfnis nach einfachen Wahrheiten. Die gibt es in
der Energie- und Klimapolitik nicht. Dass sich der VCI vor den Karren
der Klimawandelleugner spannen lässt, ist skandalös und die Tatsache,
dass der Chef eines der wichtigsten Industrieverbände Deutschlands
auf dem Treffen spricht, ist geradezu bestürzend."
Katharina Habersbrunner, Sprecherin der klima-allianz und
Energieexpertin von Women in Europe for a Common Future (WECF)
widerspricht den Anliegen von EIKE und Heartland Institute: "Wir
begrüßen den nationalen parteiübergreifenden Konsens zur
Notwendigkeit einer Energiewende in Deutschland. Die Thesen der
Klimaskeptiker haben hier keinen Platz und dürfen durch Verbände wie
den VCI nicht mit einem wissenschaftlichen Anstrich versehen werden.
Wir bedauern, dass die klare naturwissenschaftliche Ausrichtung des
VCI künftig stärker hinterfragt werden muss."
Die klima-allianz fordert den VCI auf, den Klimaskeptikern keinen
weiteren Boden zu bereiten. Mit derartigen Auftritten unterstreicht
der Verband auch seine eigene Rückwärtsgewandtheit. Sollte sich der
VCI nicht deutlich von den EIKE-Thesen distanzieren, ist der Verband
als Gesprächspartner nicht mehr glaubwürdig.
Die klima-allianz deutschland ist das breite gesellschaftliche
Bündnis für eine ambitionierte Klima- und Energiepolitik, bestehend
aus mehr als 110 Organisationen aus den Bereichen Umwelt,
Entwicklung, Kirche, Jugend, Tierschutz, Verbraucherschutz und
Gewerkschaften. Weitere Informationen unter www.klima-allianz.de
Weblinks:
http://www.exxonsecrets.org/html/orgfactsheet.php?id=41
http://ots.de/dMETJ
Für Rückfragen:
Jürgen Maier, Forum Umwelt & Entwicklung, chef@forumue.de;
0171-383 6135
Katharina Habersbrunner, WECF, Katharina.Habersbrunner@wecf.eu,
0171- 68 13 718
Dr. Katharina Reuter, klima-allianz deutschland,
reuter@klima-allianz.de, 0178-4481991
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Datum: 30.11.2012 - 09:22 Uhr
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