UMSORGE berichtet: Studie zur Pflegesituation in Deutschland von der R+V-Versicherung vorgestellt.

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Die Pflegesituation in Deutschland wird zu einer tickenden Zeitbombe. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen.



(firmenpresse) - Laut einer am Dienstag vorgestellten Studie von der R+V-Versicherung, wird die Zahl der Menschen, die einen oder mehrere Pflegefälle in der Familie haben, bis 2017 von derzeit zehn auf 27 Millionen steigen.

"Unsere Gesellschaft rast im Eiltempo in die Pflegefalle", sagt R+V-Vorstandsmitglied Tillmann Lukosch in Berlin. Nach einer Allensbach-Erhebung sind demnach vor allem Frauen betroffen – sowohl als Pflegende, aber auch als Pflegefälle. Die Pflegesituation entwickelt sich immer mehr zum sozialen Pulverfass, weil die gesetzliche Pflegeversicherung nicht die Kosten für die Pflegeleistungen abdeckt. Mögliche Folgen wären, dass viele Menschen im Alter zu Sozialfällen werden, oder Ihre Angehörigen zu Finanzierung der Pflege herangezogen werden. Die Studie belegt, dass Pflege vor allem in der Familie stattfindet: Etwa sechs Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen zumindest teilweise selbst, 66 Prozent der Pflegenden sind Frauen: 62 Prozent der Deutschen, die pflegebedürftige Angehörige haben, kümmern sich selbst um die Betreuung. Immerhin 46 Prozent der pflegenden Frauen fühlen sich bei der Ausübung stark oder sehr stark körperlich belastet.
Eine typische Pflegende ist laut der Studie 61 Jahre alt, ist nicht berufstätig und hat zwei erwachsene Kinder. "Für viele ist das eine Aufgabe, die einen Großteil des eigenen Lebens prägt", sagte die Geschäftsführerin des Allensbach-Instituts, Renate Köcher.
"Die Hälfte der pflegenden Frauen pflegt schon länger als drei Jahre." 9 Prozent tun dies bereits seit mehr als zehn Jahre. Häufig über drei Stunden pro Tag verbringen damit 53 Prozent der Frauen. 44 Prozent haben es mit einem sehr schweren oder schweren Pflegefall zu tun.
Das Thema „Pflege“ ist in Deutschland mit viel Sorgen verbunden. 69 Prozent der pflegenden Frauen sorgen sich um die weitere Entwicklung der Situation, 57 Prozent befürchten, dass sie es zukünftig nicht mehr allein schaffen. Vor allem die vielen älteren Frauen, die ihren Mann pflegen, sind verängstigt. "Die über 70-jährigen Menschen muss man verstärkt unterstützten", verlangte Köcher.Der Großteil der befragten Frauen, die künftig mit einem Pflegefall in der Familie rechnen, will auf Erspartes zurückgreifen. 61 Prozent wollen die Pflege aus der Tasche des Pflegebedürftigen bezahlen, 34 Prozent setzen dabei auf das eigene Sparbuch.


Den Trend, dass immer mehr pflegebedürftige Menschen in den eigenen vier Wänden versorgt werden wollen, hat auch die Geschäftsleiterin des 24-Stunden Seniorenbetreuung- Vermittlungsportals „UMSORGE“ Monika Walczak erkannt: „Für viele Familienangehörige wird die Betreuung der Eltern in der gewohnten Umgebung zu einem zentralen und dringenden Thema. Viele ältere Menschen sträuben sich förmlich gegen einen Aufenthalt in einem Pflegeheim.“ Die Pflegekräfte aus Osteuropa integrieren sich in den meisten Fällen sehr schnell in das bereits bestehende Familiengefüge und gehören nach ein wenig Zeit schon fast selbst zur Familie. Die Haushaltshilfen werden direkt von der Familie eingestellt und erhalten einen deutschen Arbeitsvertrag. Dies hat zur Folge, dass eine langfristige Anstellung abgestrebt wird und ein Wechsel der Pflegekraft nach 2 Monaten vermieden wird.
Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher erklärte, durch die demografische Entwicklung werde Pflege zu einer immer größeren Herausforderung für das soziale Sicherungssystem. Für die Studie befragte das Institut 1558 Menschen ab 16 Jahren. Darüber hinaus wurden in einer Stichprobe 539 Frauen befragt, die bereits Angehörige pflegen oder damit rechnen, dass dies in den nächsten Jahren auf sie zukommt.
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Datum: 06.12.2012 - 15:48 Uhr
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