Klangveredelung aus Hannover: Start-up optimiert Raumklang in Konzerthäusern
ID: 787180
- wenn die akustische Qualität einer Spielstätte mangelhaft ist,
leiden Klang und Interpretation. Gernot von Schultzendorff aus
Hannover hat deshalb ein Verfahren entwickelt, mit elektronischer
Beeinflussung die Akustik von Konzerträumen deutlich aufzuwerten.
Musiker und Zuhörer klassischer Musik erfahren intensivere
Konzerterlebnisse, Städten bieten sich völlig neue Möglichkeiten, mit
geringem Aufwand ihre Spielstätten klanglich zu optimieren.
Viele Orchester und Dirigenten kennen das Problem: Auch bei
brillanten Konzerten bleibt manchmal das Gefühl, dass sich die
Schönheit des Klanges und die musikalische Energie trotz des großen
Beifalls nicht vollständig auf das Publikum übertragen haben. Oft
liegt dies an der Akustik der Konzertsäle. "Vor allem eine ungünstige
Bauform, nachträgliche Umbauten oder einfach zu kleine Dimensionen
für "große" Akustik sind schuld an schlechten Klangverhältnissen.
Gespielte Musik benötigt aber angemessenen Raumklang, um in ihrer
ganzen Vielfalt zugänglich zu sein", ist Gernot von Schultzendorff
überzeugt. Der langjährige Tonmeister der Deutschen Grammophon
Gesellschaft weiß nach Akustiktests in hunderten von Sälen genau,
worauf es dabei ankommt.
"Raumklang setzt sich aus Reflexionen und Nachhall zusammen.
Wohldimensionierter Nachhall ist imstande, die Musik zu tragen und
für das Publikum erfahrbar zu machen. Zudem verleiht ein lebendiger
Nachhall eine sinnliche Komponente", schwärmt der studierte Musiker.
Hinzu kommen idealerweise noch optimal passende Klangreflexionen von
den Wänden - oder leider nicht, so wie bis vor kurzem in der
Stadthalle und dem Deutschen Theater in Göttingen, den Spielorten des
Göttinger Symphonie Orchesters. Der Chefdirigent des 63-köpfigen
Ensembles, Christoph-Mathias Mueller, bat deshalb den hannoverschen
Klangexperten mit dem feinen Gehör um Rat und verschaffte ihm so den
ersten großen Auftrag. Über Monate und mehrere Konzerte feilte man
gemeinsam an der Optimierung des Raumklangs in Göttingen. Dazu
stellte der 55-jährige Tonmeister zunächst "akustische Abdrücke" der
Säle her: Mit vier Mikrofonen nahm er die Konzerte auf und reicherte
das vorhandene akustische Bild per Computer um zusätzliche
Reflexionen und optimierten Nachhall an. Diese werden allerdings
nicht direkt auf das Publikum gerichtet, sondern "live" während des
Konzerts über kleine Lautsprecher an den Saal zurückgegeben und
entfalten dort ihre Wirkung. Das Ergebnis begeisterte den
Chefdirigenten: "Schönheit und Schmelz des Klanges werden gesteigert.
Die Musiker reagieren sofort auf die verbesserte Akustik, und die
Zuhörer werden von natürlich wirkendem Raumklang umgeben", so
Mueller.
Die "akustische Formung" lässt sich auf die meisten Säle und
unterschiedlichste Orchester-Besetzungen anwenden. Je nach
Anforderungen ist die Apparatur, zu der neben Mikrofonen und
Lautsprechern ein PC und ein Wandler gehören, entweder fest
installierbar oder transportabel. Besonders interessant ist das
System auch für Orchester, die wegen Sanierungen oder Schließungen
von Sälen in Ausweichquartieren spielen müssen. Der
Unternehmensgründer ist von seiner Erfindung überzeugt: "Ich biete
Städten und Kommunen die beste Möglichkeit, mit klangoptimierten
Spielstätten aus ihren Gegebenheiten das Maximale herauszuholen."
Denn verglichen mit anderen, deutlich teureren Verfahren nutzt die
"akustische Formung" eine andere akustische Wirkungsweise. Sie bietet
so nicht nur einen besonders guten Klang, sondern erfordert auch sehr
geringen technischen Aufwand. Außerdem ist sie um ein Vielfaches
kostengünstiger als ein Um- oder Neubau.
Die regionale Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft hannoverimpuls
fördert saalakustik.de durch die Ansiedlungs- und Gründungsinitiative
Plug&Work. Die außergewöhnliche Geschäftsidee wird mit einem Jahr
mietfreien Büroräumen im neuen Kreativ-Gründungszentrum HALLE 96
unterstützt. Seit Anfang Juli hat der Gründer dort seinen Firmensitz,
in Nachbarschaft zu 40 weiteren kreativen Firmen, auch aus der
Musikbranche: "Ein wunderbar dynamisches und inspirierendes Umfeld",
freut sich von Schultzendorff. Zuletzt unterstützte Plug & Work die
Teilnahme von saalakustik.de als Partner auf dem Deutschen
Orchestertag 2012 in Berlin, wo gleich zehn Orchester Interesse an
einer "Live-Demonstration" bekundeten. 2013 soll das Angebot von
saalakustik.de auch neuen Zielgruppen zugutekommen: Es ist bereits
eine Opernversion der "akustischen Formung" in der Entwicklung. Zudem
ist eine Kooperation mit einem Akustiker geplant.
Der Ansiedlungs- und Gründungswettbewerb Plug&Work gibt guten
Geschäftsideen ein Jahr gezielte Unterstützung beim Start in
Hannover. Neben mietfreien Büro- oder Arbeitsflächen im unmittelbaren
Branchenumfeld profitieren innovative Start-ups wie Klangveredler von
Schultzendorff von persönlichem Coaching und maßgeschneiderten
Beratungspaketen.
Infos unter www.hannoverimpuls.de/plugandwork
Pressekontakt:
Cornelia-Mercedes Bödecker
Tel. +49(0)511-300333-16
Cornelia.Boedecker@hannoverimpuls.de
www.hannoverimpuls.de
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Datum: 20.12.2012 - 14:13 Uhr
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