Neue OZ: Kommentar zu Gewerkschaften / Beamtenbund
ID: 792051
Die Spannung steigt: Ende des Monats beginnen die
Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder. Und die
Gewerkschaften lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich nicht mit
Almosen zufriedengeben wollen. Gibt es nun Streiks? Und das
ausgerechnet im Wahljahr 2013? Die entsprechenden Drohungen gehören
zum üblichen Ritual vor Tarifgesprächen. Dass es tatsächlich so weit
kommt, steht noch lange nicht fest. Denn immerhin ist bereits eine
Einigung für die Beschäftigten beim Bund und bei den Kommunen erzielt
worden: 6,3 Prozent mehr Geld binnen zwei Jahren. Dies ist so etwas
wie ein Pilotabschluss. Kaum zu glauben, dass es auf Länderebene
erneut weniger gibt, als für die Kollegen vereinbart wurde.
Hinzu kommen Entspannungsbemühungen der Arbeitgeber. Wenn
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf der Jahrestagung des
Beamtenbundes betont, der Stellenabbau im öffentlichen Dienst stoße
an seine Grenzen, so ist dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicher kein
Zufall. Vielmehr sendet Friedrich damit ein starkes Signal der
Kompromissbereitschaft an die Beschäftigten und die Gewerkschaften.
Die öffentlichen Arbeitgeber erkennen so an, dass die Arbeit bereits
stark verdichtet worden ist. Sie stärken damit die Position der
Arbeitnehmer, die nun weniger Angst vor dem Druckmittel Stellenabbau
haben müssen und zugleich mit mehr Nachdruck einen Ausgleich für
höhere Leistungen fordern können.
Uwe Westdörp
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Datum: 07.01.2013 - 22:00 Uhr
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