Badische Neueste Nachrichten: Chancen aus China
ID: 792061
mehr Autos als Daimler und haben günstigere Kostenstrukturen. Aber
auch mit Blick auf die Gesellschafter trumpfen die beiden bayerischen
Kontrahenten auf: Audi hat als Teil des VW-Konzerns mit den Familien
Porsche und Piëch sowie mit dem Land Niedersachsen Großaktionäre von
Dauer. Auch BMW muss dank der Familie Quandt keine Übernahme
befürchten. Daimler bräuchte eine solche Konstanz. Der bislang größte
Einzelinvestor, Aabar aus Abu Dhabi, wurde bei seinem Einstieg
gefeiert, hat sich aber nach nur wenigen Jahren wieder zurückgezogen.
Nun greift offenbar der Staatsfonds China Investment Cooperation nach
dem Unternehmen mit dem Stern. Kommt es tatsächlich so weit, ist es
mit entscheidend, dass sich die Chinesen langfristig engagieren.
Solange die Rendite stimmt, wird auch ein Investor aus Fernost
zufrieden sein. Hier hat Daimler bekanntlich ebenfalls Nachholbedarf.
Konzernlenker Dieter Zetsche hatte die einstige Kampfansage, schon in
diesem Jahr mit zehn Prozent Umsatzrendite an die bayerische
Konkurrenz heranzurücken, bereits aufgegeben. Doch die Chinesen
vertrauen Zetsche, dennoch die Drehzahl erhöhen zu können, sonst
hätten sie schließlich kein Interesse, sich mit einem
Milliardenbetrag zu beteiligen. Zetsche wird aber relativ schnell
liefern müssen. Er hat dies erkannt und deshalb das Sparprogramm "Fit
for Leadership" ausgerufen. Der Einstieg der Chinesen hätte aber
nicht nur den Vorteil, dass Daimler wieder einen gewichtigen
Ankeraktionär besäße. Mit dem Wohlwollen des Staatsfonds CIC ließe
sich darüber hinaus der chinesische Markt besser bearbeiten. Auch
dort haben BMW und Audi ordentlich Vorsprung, was an veralteten
Vertriebsstrukturen lag. Mit CIC könnte nun der Durchbruch gelingen:
Der Daimler-Stern glänzt künftig öfter auf den Straßen der riesigen
Metropolen im Reich der Mitte.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 07.01.2013 - 23:11 Uhr
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